Schutterwald: Solarpark eingeweiht

TV Südbaden | 14.10.2014


In der Ortenau werden künftig 700 Haushalte mit Solarstrom versorgt. In Schutterwald bei Lahr ist ein großer Solarpark eingeweiht worden. Er produziert rund zwei Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich. Rund 1300 Tonnen giftiges Kohlenstoffdioxid werden dadurch pro Jahr eingespart.

Neuer Solarpark bei Schutterwald

SWR | 13.10.2014

 

"Ein Beitrag zur Energiewende"

Direkt an der Autobahn A5 bei Schutterwald (Ortenau) ist auf einer vier Hektar großen Fläche ein neuer Solarpark eingeweiht worden. Er soll Strom für 700 Haushalte produzieren.

Neues Solarkraftwerk in Schutterwald
Das Projekt wurde von der Erzdiözese Freiburg und der Firma Wircon aus Waghäusel verwirklicht; der Erzdiözese gehören die Flächen.

"Es ist wichtig, kleine Zeichen zu setzen", sagte Schutterwalds Bürgermeister Michael Holschuh bei der Einweihung am Montag. Der Solarpark sei ein Beitrag zur Energiewende in Deutschland. Bedingung für die Errichtung des Parks sei zum einen ein sechs Meter hoher Lärmschutzwall entlang der Autobahn gewesen. Zum anderen, dass der Autobahnanschluss Offenburg-Süd nach wie vor realisierbar ist.

 

 

Beitrag der Erzdiözese zur Energiewende

Von Harald Rudolf
Badische Zeitung | 14.10.2014


Solarpark Schutterwald, bei dem die katholische Kirche Anteile hält, ist eingeweiht worden.

Der Kirchliche Solarpark Schutterwald ist am Montag von Domdekan Andreas Möhrle eingeweiht worden. Auf einer Fläche von knapp fünfeinhalb Fußballfeldern wird der Solarpark, der auf Initiative der Erzdiözese Freiburg vom Unternehmen Wircon gebaut wurde, Energie für etwa 700 Vier-Personen-Haushalte produzieren.

Exakt ein Jahr und elf Monate nach dem Spatenstich wurde mit christlichem Segen sowie dem "Vater unser" die Anlage entlang der A 5 eingeweiht und offiziell an die Betreibergesellschaft übergeben. Der bereits seit Juni am Netz befindliche Solarpark produziert rund zwei Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich. Dafür wurden auf der rund vier Hektar großen Fläche 7500 Solarmodule installiert. Um die Anlage zu errichten, benötigten die Wircon-Techniker lediglich vier Wochen in diesem Sommer.

Der Anstoß zum Solarpark war von der katholischen Kirche gekommen. Rund die Hälfte des Geländes gehört der Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg, die unter anderem für die Besoldung der Priester zuständig ist. Den übrigen Teil der Fläche steuerten die Gemeinde Schutterwald sowie private Grundbesitzer bei.

Bei der Einweihung hob der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Johannes Groß, hervor, dass die Anlage in Schutterwald deutschlandweit der erste Solarpark ist, der von einer kirchlichen Stiftung auf den Weg gebracht wurde: "Die Verbindung von nachhaltiger Stiftungsarbeit und nachhaltigem Energiekonzept ist beispielhaft." Groß zeigte sich überzeugt, dass bundesweit weitere Diözesen dem Beispiel folgen werden.

Domdekan Andreas Möhrle sprach bei der Einweihung von der Bewahrung der Schöpfung und zitierte aus dem Schöpfungsbericht. "Gott sprach, es werde Licht." Möhrle, der die Anlage mit Weihwasser segnete, sagte: "Wir müssen die Schöpfung nutzen, ohne sie auszuplündern." Deshalb sei es für die Erzdiözese wichtig, auf dem Gebiet der Energiewende sichtbare Zeichen zu setzen, so Möhrle. Dass die Energiewende kein Selbstläufer sei, ist nach Ansicht von Claus Jilg von der Erzdiözese an der Zeit, die seit dem Spatenstich verging, zu sehen.

Schutterwalds Bürgermeister Martin Holschuh erinnerte in seiner Rede daran, dass die Idee eines Solarparks vor drei Jahren an ihn herangetragen wurde. Die Gemeinde sei einverstanden gewesen, hatte aber zwei Bedingungen. "Wir wollten eine Lärmschutzwand zur Autobahn und die Möglichkeit einer Autobahnausfahrt Offenburg-Süd." Die Grundstücksverhandlungen waren nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht einfach. Eine Rückführung der landwirtschaftlichen Flächen sei jedoch möglich. Behördliche Auseinandersetzungen bezeichnete Holschuh als weitere "Stolpersteine".

Zu den Investoren des Solarparks Schutterwald gehören der Breisgauer Katholische Religionsfonds, der sich für den Erhalt sakraler architektonischer Schätze einsetzt, das Siedlungswerk Baden e.V., ein Verband von 24 selbstständigen Familienheim-Wohnungsgenossenschaften in Baden mit Sitz in Karlsruhe, sowie der Verein Familienheim Bruchsal.

Der umweltfreundliche Strom aus der Solaranlage in Schutterwald wird derzeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in das Stromnetz eingespeist. Ab 2015 soll der Solarpark in die Direktvermarktung überführt werden. Die jährliche CO2-Einsparung der Anlage liegt bei rund 1300 Tonnen.

 

 

Schutterwald erhält einen Solarpark

Von Matthias Jundt
Baden Online | 13.10.2014


Schutterwald erhält seine Quelle der erneuerbaren Energie / Erzdiözese Freiburg als Initiator

Heute Nachmittag weihte Domdekan Andreas Möhrle den Solarpark in Schutterwald ein. Nach dem Spatenstich vor 23 Monaten wurde in den vergangenen knapp zwei Jahren verhandelt, Genehmigungen eingeholt und gebaut.

Wer von Offenburg Richtung Schutterwald fährt, sieht auf Höhe der Autobahnbrücke den neuen Solarpark. Dieser wurde am Montag von Domdekan Andreas Möhrle von der Erzdiözese Freiburg sowie von Bürgermeister Martin Holschuh und Vertretern von Wircon, Wirsol und dem Siedlungswerk Baden mit einer Eröffnung und einem kleinen Gottesdienst offiziell eingeweiht.  Bereits vor drei Jahren sei ihm die Idee des Solarparks vorgestellt worden, erzählte Bürgermeister Holschuh. Er sei überzeugt von der Idee gewesen, allerdings unter zwei Bedingungen: »Es musste einen Lärmschutzwall geben und der Anschluss an die Autobahn musste bestehen bleiben«, sagte Martin Holschuh. Außerdem musste darauf geachtet werden, dass die Interessen der Landwirtschaft gewahrt und ihr keine Flächen entzogen werden. Denn, so der Bürgermeister weiter, die ökologische Rückführung der bebauten Flächen sei zwingend notwendig.

Seit 23 Monaten
Diese Themen waren es dann auch, um die sich die Beteiligten in den vergangenen 23 Monaten, seit dem Spatenstich, kümmerten. Die Gespräche mit den Grundstückseignern forderten zwar jede Menge Mühe und waren »nicht ganz einfach«, heute sei man aber zufrieden mit dem Ergebnis des Solarparks. Dieser sei zwar kleiner geraten als ursprünglich gedacht, ohne ihn hätte Schutterwald aber keinen Lärmschutzwall bekommen, wie Holschuh weiter erklärte.

Dass sich der Park lohne, wollte Johannes Groß, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Wirsol, unterstreichen: »Der Solarpark produziert an die zwei Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich – so viel, wie etwa 700 durchschnittliche Vier-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen.« Insgesamt, so Groß weiter, habe der neue Park 7500 Solarmodule, die die Sonne einfangen und in Strom verwandeln sollen.

Die Initiative für den Bau des Parks ging von der Erzdiözese Freiburg aus, deren Pfarrpfründestiftung 49 Prozent der Anteile am Park innehat. Den Rest teilen sich die Gemeinde Schutterwald und private Grundbesitzer. Zu den Investoren gehören außerdem Breisgauer Katholische Religionsfonds, das Siedlungswerk Baden, ein Verband und der Familienheim Bruchsal. Den Grund für die Initiative der Kirche lieferte der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Stiftung, Johannes Baumgartner: »Die Bewahrung der Schöpfung liegt uns am Herzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf diesem Gebiet sichtbare Zeichen setzen.« Gewiss sei das Thema der erneuerbaren Energien ein Modethema, dennoch sei die Dringlichkeit für eine Energiewende deutlicher denn je.  Weil das Solarparkprojekt zu großen Teilen eines der katholischen Kirche ist, wurde die offizielle Inbetriebnahme, seit Juni produziert der Park bereits Strom, durch Domdekan Möhrle vorgenommen.

Ein kleiner Gottesdienst sowie die Weihung mit dem entsprechenden Wasser sollten dafür sorgen, dass immer genügend Sonne auf die Solarmodule scheint.

 

 

Oberschwabenkaserne wird zum Energie-Park

Von Sabine Ziegler
IHK Magazin "Die Wirtschaft zwischen Alb und Bodensee" | 07/08-2014


Projekt „Ehoch4 in Hohentengen

Oberschwabenkaserne wird zum Energie-Park

Auf dem Gelände der früheren Oberschwabenkaserne in Hohentengen entsteht ein „Europäischer Erlebnis- und Gewerbepark für Erneuerbare Energien“ mit Namen „Ehoch4“. Herzstück des rund 80 Hektar großen Areals ist ein Erlebnispark in Trägerschaft der Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH, die auch das „Spieleland“ in Liebenau betreibt. Die Eröfnung ist für 2015 geplant.

Der Bundeswehr-Strukturwandel bereitet vielen betroffenen Kommunen Probleme. Dass die Konversion von Kasernen strukturschwachen Regionen aber auch neue Chancen eröffnen kann, möchte eine baden-württembergische Investorengruppe am Standort Hohentengen beweisen: Die Leiter des Projekts Ehoch4, Jürgen Gaugel und Kommunalberater Volker Fouquet (Konstanz), planen auf dem früheren Kasernenareal einen „Europäischen Erlebnis- und Gewerbepark für Erneuerbare Energien“, der die bestehenden Gebäude integriert. Der 45-jährige Unternehmer Gaugel produziert in Baienfurt seit zwei Jahrzehnten mit 25 Mitarbeitern Farbroller für Profi-Anbieter und entwickelt seit zehn Jahren Solarparks; einer davon steht in Roßberg im Landkreis Ravensburg.

Kasernengelände ideal
„Die Idee für einen solchen Lernpark habe ich schon lange. Die Energiewende hat mir den letzten Schub gegeben und in der Kaserne, der Riedsäge und der Freifläche haben wir das ideale Gelände gefunden – und  zudem eine aufgeschlossene Gemeinde“, berichtet Jürgen Gaugel. Insgesamt möchten die Geldgeber über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg 40 bis 60 Millionen Euro investieren und zukunftsweisende Arbeitsplätze schaffen. Das Projekt umfasst mehrere Bausteine, für die Ehoch4 jeweils Betreiber mit ins Boot nehmen wird: Zunächst ist dies ein Energiepark, der Solar-, Wind- und Bioenergie sowie Wasserkraft und Holzvergasung vereint und der neben der Energieerzeugung auch der Forschung als Reallabor dienen soll. Weiter sieht das Unternehmen den Bau einer Akademie zu Themen der nachhaltigen Entwicklung vor und möchte dafür mit Hochschulen kooperieren. In Planung sind außerdem ein Gewerbegebiet zur Ansiedlung innovativer Betriebe, ein Erlebnis- und Lernpark in Trägerschaft der Ravensburger-Tochter Freizeit und Promotion sowie ein „Klimahotel mit Nullenergiekonzept“, weil es nach Einschätzung Gaugels in der Region an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt.

Solar-Segeln und Schilf-Labyrinth
Am weitesten gediehen ist im Rahmen des Gesamtkonzeptes der Erlebnis- und Lernpark. Er soll eine Fläche von 5,4 Hektar einnehmen, 8,2 Millionen Euro kosten, 31 Arbeitsplätze bieten und im ersten Betriebsjahr 75.000 Besucher nach Hohentengen bringen. „Wir möchten, dass sich die nachfolgende Generation mit regenerativen Energien befasst“, so Jürgen Gaugel. „Dies wird im Park auf spielerische Art ermöglicht mit Angeboten wie Wellen-Kraftwerk, Solar-Segeln und einer Experimentier-Arena.“

Der Park richtet sich an Familien mit Kindern von zwei bis zwölf  Jahren sowie an Kindergärten und Schulklassen. Die Betriebsführerschaft übernimmt die Ravensburger-Tochter Freizeit und Promotion GmbH, die auf die Entwicklung und den Betrieb von Freizeiteinrichtungen spezialisiert ist. Im Mai haben deren Geschäftsführer Carlo Horn und Ehoch4-Geschäftsführer Jürgen Gaugel den Vertrag für die Detailplanung unterzeichnet, und nun sollen Sponsoren und Kooperationspartner für die Themenbereiche gewonnen werden. Außerdem wird ein Landschaftskonzept für die Parkanlage erstellt, das alle Attraktionen, Shops sowie die Gastronomie berücksichtigt.

 

 

In der Umnutzung der Oberschwabenkaserne einen Schritt weiter

Von Reinhard Rapp
Südkurier Linzgau-Zollern-Alb | 14.06.2014

Gemeinderat von Hohentengen genehmigt den Bebauungsplan für den Gewerbepark "Ehoch4" auf dem ehemaligen Militärgelände der Oberschwabenkaserne

Ein weiterer Schritt in Richtung Konversion des Militärgeländes der früheren Oberschwabenkaserne auf dem ehemaligen Fliegerhorst ist getan. Der Gemeinderat Hohentengen hat einstimmig den Entwurf des Bebauungsplans „Ehoch4, Europäischer Erlebnis- und Gewerbepark für Erneuerbare Energien Hohentengen“ des Planungsbüros Grossmann in Balingen angenommen und damit den Weg geebnet für das Genehmigungsverfahren in den nächsten Instanzen.

Dazu hatte Bürgermeister Peter Rainer zur außerplanmäßigen Sitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt, nämlich der Entwurfsberatung eingeladen. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik und Vorstellung des Referenten Dr. Klaus Grossmann und seines Mitarbeiters Stefan Kempka informierte der Planer über den aktuellen Stand und das bisherige Verfahren vom Aufstellungsbeschluss im Juli vorigen Jahres bis zur heutigen Beratung. Dabei kamen die Stellungnahmen der frühzeitigen Anhörung des Regierungspräsidiums Tübingen, des Landratsamtes Sigmaringen, des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben und des Naturschutzbundes (NABU) auf den Tisch ebenso wie die Änderungen gegenüber dem Vorentwurf.

In der aktualisierten Version waren die Stellungnahmen aus dieser frühzeitigen Beteiligung bereits berücksichtigt und eingearbeitet. Mehrere Sondergebiete sind auf dem Gelände vorgesehen: Eine Akademie für erneuerbare Energien und einen Bereich zur Erzeugung erneuerbarer Energie, einen Erlebnis- und Lernpark mit der Ravensburger AG als Kooperationspartner, ein Seminar- und Tagungshotel sowie drei Gewerbegebiete. Zwei davon sind als eingeschränkt ausgewiesen für Firmen, die in den Bereichen Produktentwicklung und Forschung für erneuerbare Energien tätig sind.

Der Bebauungsplan mit umfangreichem Umweltbericht liegt nun zur öffentlichen Einsichtnahme bis 22. Juli aus, bevor er vom Gemeinderat beschlossen und zur Genehmigung weitergereicht wird.

 

 

Rat billigt Bebauungsplan für Erlebnispark

Von Christoph Klawitter
Schwäbische Zeitung | 13.06.2014

Projekt Ehoch4 wird konkreter

Das Projekt Ehoch4 geht in die nächste Phase. Der Gemeinderat Hohentengen hat in seiner Sitzung am Mittwochabend den Entwurf für den Bebauungsplan des Erlebnis- und Gewerbeparks einstimmig gebilligt, er wird nun ausgelegt. Ehoch4 ist ein Millionenprojekt, das sich rund um das Thema erneuerbare Energien dreht. Auf dem Gebiet der ehemaligen Kaserne soll eine Akademie entstehen, ebenso ein klimafreundliches Hotel, und die Ravensburger AG will einen Lern- und Erlebnispark errichten.

Der erste Vorentwurf für den Bebauungsplan hatte noch viel größere Gewerbeflächen enthalten. Es gab ein Anhörungsverfahren, die übergeordneten Behörden und auch umliegende Kommunen störten sich an der Größe der geplanten Gewerbeflächen (wir haben berichtet). Der Gemeinderat beschloss deshalb im November vergangenen Jahres, das Projekt anders zu dimensionieren. Unter anderem wurde das Gebiet für die geplante Akademie verkleinert, die Gewerbeflächen reduziert und der Anteil für unbebaute Grünflächen wurde erhöht.

Der Entwurf für den Bebauungsplan, den der ausführende Planer Klaus Grossmann am Mittwoch dem Rat vorlegte, berücksichtigte diese Maßnahmen. Dieser Entwurf soll nun vom 23. Juni bis zum 22. Juli ausgelegt werden. Es gibt zudem ein erneutes Anhörungsverfahren. Die Ergebnisse dieses Verfahrens werden dann im Gemeinderat beraten. Anschließend kann die Satzung des Bebauungsplanes beschlossen werden. Als letzter Schritt muss das Landratsamt Sigmaringen noch den Bebauungsplan genehmigen.

Die bestehende Gebäudestruktur solle weitgehend erhalten bleiben, sagte Planer Grossmann. Wichtig sei auch, dass es genügend Stellplätze gibt. So sind 600 Auto und 20 Bus-Parkplätze geplant, am Eingangsbereich dazu zehn Wohnmobil-Stellplätze. Für das Hotel sind laut Grossmann nicht mehr als 200 Betten vorgesehen. Es soll keine überregionale Konkurrenz für andere Hotels entstehen. Das Hotel sei vornehmlich für Besucher der Anlage gedacht, so der Planer. Für den Erlebnis- und Lernpark wird mit jährlich etwa 104 000 Besuchern gerechnet.

Umweltbericht zeigt Risiken
Zum Verfahren gehörte es, einen Umweltbericht zu erstellen. Es gebe ein relativ starkes Fledermausaufkommen und auch viele Vögel auf dem Gelände, berichtete Grossmann. Für Pflanzen und Tiere beispielsweise wurde ein "sehr hohes ökologisches Risiko" im Umweltbericht festgestellt. "Erhebliche Eingriffe sind auszugleichen", stellte der Text zusammenfassend fest. Geplant ist deshalb beispielsweise, die ehemaligen Hubschrauberlandeplätze großflächig zu entsiegeln, einen Gewässerschutztstreifen anzulegen, einen Auwald anzusiedeln und anderes mehr.

"Mir erscheinen diese Ausgleichsmaßnahmen doch sehr groß", meinte Gemeinderat Klaus Burger in der anschließenden Aussprache. Immerhin sei das Gelände vorher ja ein Sondergebiet der Bundeswehr gewesen. "Es ist im Grunde genommen zu behandeln, als wäre es eine grüne Wiese", antwortete Bürgermeister Peter Rainer und machte damit deutlich, dass die übergeordneten Behörden strenge Maßstäbe anlegten.

Albert Wetzel wollte wissen, ob das Projekt am Ende auch das Beizkofer Storchenpaar beeinträchtigen könnte. Davon sei nicht auszugehen, meinte Planer Grossmann. Das Gebiet dort sei für die Störche schlicht zu trocken für die Nahrungssuche der Tiere. Beate Wollmann fragte, ob Windräder auf dem Gelände Fledermäuse stören könnten. Es seien sehr viel kleinere Windräder geplant, beruhigte Bürgermeister Rainer. Man dürfe sich die nicht so vorstellen wie das in Blochingen stehende Windrad, beruhigte er.

Vertragsunterzeichnung Lern- und Energiepark Hohentengen: Ehoch4 beauftragt Ravensburger Freizeit und Promotion mit Detailplanung

Hohentengen, 20. Mai 2014 - Jürgen Gaugel (Geschäftsführer Ehoch4) und Carlo Horn (Geschäftsführer Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH) haben gestern den Vertrag für die Detailplanung des Lern- und Energieparks Hohentengen unterschrieben. Der geplante Freizeitpark ist ein Baustein innerhalb des Gesamtkonzepts von Ehoch4, der auf dem ehemaligen Gelände der Oberschwabenkaserne umgesetzt wird. Im Lern- und Energiepark Hohentengen können künftig Familien mit Kindern von zwei bis zwölf Jahren und Schulklassen das Thema „erneuerbare Energien“ spielerisch entdecken und in Workshops vertiefen. Mit der Vertragsunterzeichnung nimmt das Projekt konkrete Formen an. Ravensburger Freizeit und Promotion beginnt nun mit der detaillierten Planung und Ausarbeitung des Parkkonzepts. Sponsoren und Kooperationspartner sollen bereits jetzt für einzelne Attraktionen und Themenbereiche gewonnen werden.

Die von Ehoch4 in Auftrag gegebene Detailplanung zum Lern- und Energieparks sieht vor, ein Landschaftskonzept für den Park zu erstellen, in dem alle Attraktionen, Shops und die Gastronomie eingearbeitet werden. Hierbei sollen die vorhandenen Grünflächen der ehemaligen Oberschwabenkaserne erhalten und in die neue Struktur mit eingearbeitet werden. Ehoch4 und Ravensburger erarbeiten gemeinsam ein attraktives Sponsoring-Konzept, nach dem einzelne Attraktionen themenbezogen gemeinsam mit passenden Partnern realisiert werden. Interessenten an Ehoch4, an einzelnen Bausteinen oder speziell am Lern- und Energiepark können bereits jetzt in der Konzeptionsphase in das Projekt aufgenommen werden. Fertigstellung des Freizeitparks wird im Jahr 2015 sein, die Betriebsführung wird anschließend von Ravensburger Freizeit und Promotion übernommen.

Nachdem Ehoch4 die Detailplanung in Auftrag gegeben hat, wird Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH seine Erfahrung weiter in den Lern- und Energiepark einbringen. Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Ravensburger AG und spezialisiert auf die Konzeption, Entwicklung und den Betrieb von Freizeiteinrichtungen.

KEK-Informationsabend in Mengen-Ennetach am 03.04.2014

Klarstellung zur Berichterstattung vom 05.04.2014 in der Schwäbischen Zeitung | 11.04.2014

Im Bericht von Vera Romeu, Redakteurin der Schwäbischen Zeitung, wurde über den Informationsabend zum „KEK“ (Kommunales Entwicklungskonzept Konversion) in Mengen-Ennetach am 03.04.2014 berichtet. „KEK“ ist ein vom Land Baden-Württemberg unterstützter Prozess, welcher von den entsprechend beauftragten Büros durchgeführt wird. Diese Büros haben die Öffentlichkeit nach Ennetach geladen, um über den Sachstand und die Details der angedachten Nachnutzung, für die schon geschlossene Oberschwabenkaserne in Hohentengen sowie die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen zu informieren.

Nach dieser Berichterstattung entstand nicht nur bei uns sondern auch bei Bürgern und Dritten der Eindruck, dass es sich dabei um einen Veranstaltung von Ehoch4 handelte. Auch das im oben genannten Bericht abgedruckte Bild mit der Bildunterschrift „Landratskandidatin Stefanie Bürkle und Jürgen Gaugel (Zweiter von links) blicken enttäuscht: Die Bürger blieben dem Bürger-Workshop fern. (Foto: Vera Romeu)“ erweckte bei vielen Lesern wohl ebenfalls den Anschein, dass Ehoch4 der Gastgeber war. Dies ist aber so nicht richtig. Die Einladung erfolgte von und im Namen des vom Land beauftragten Büros FIRU aus Kaiserslautern. Wir als Projektentwickler von Ehoch4 hatten uns bereit erklärt als Gäste an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Weder auf die Einladung, den Ablauf noch auf den Inhalt hatten wir Einfluss. Dass der Einladung zu dieser Veranstaltung so gut wie keine Bürger gefolgt sind, wundert das Team von Ehoch4 überhaupt nicht, auch nicht, dass mit dem von der Stadt Sigmaringen georderten Bus nur vier Personen nach Mengen-Ennetach gekommen sind.

Denn das Team rund um Ehoch4 hatte bereits am 15.11.2013 zu einem Bürgerinformationsabend in die Göge-Halle geladen. Dieser Einladung sind mehr als 250 interessierte Bürger gefolgt. Wir konnte an diesem Abend große Zustimmung und großes Interesse der Bürger am Projekt Ehoch4 erfahren. Die Bürger von Hohentengen werden regelmäßig über den aktuellen Sachstand des Projektes Ehoch4 informiert. Zuletzt war dies bei der Leistungsschau des Handels- und Gewerbevereins Hohentengen am 29./30.03.2014 in der Göge-Halle der Fall. Auch zukünftig wollen Jürgen Gaugel und Volker Fouquet die Bürger zeitnah und regelmäßig über den Fortlauf von Ehoch4 informieren, z. B. im Mitteilungsblatt der Gemeinde Hohentengen.

Den Bürgern ist es nicht entgangen, dass bereits mit umfangreichen Baumaßnahmen auf der Riedsäge in Hohentengen begonnen wurde. Auf diesem Teilbereich von Ehoch4 soll unter anderem Gewerbe angesiedelt werden.

Sollten die Bürger aus der Raumschaft Fragen haben, können sie sich gerne jederzeit an das Team von Ehoch4 wenden. Auf unserer Internetseite www.ehoch4.de sind neben den Kontaktdaten auch aktuellen Informationen zu finden.

Wir freuen uns auf einen weiterhin gute und angenehme Zusammenarbeit mit Bürgermeister Peter Rainer, dem Gemeinderat und den Bürgern von Hohentengen.

Jürgen Gaugel und Volker Fouquet

Der Bürgermeister informiert: Berichterstattung in der Schwäbische Zeitung zum „KEK“ Informationsabend in Mengen-Ennetach ergibt falsches Stimmungsbild zu "Ehoch4"“

Gemeinde Hohentengen - Mitteilungsblatt | 11.04.2014

Der Bürgermeister informiert: Berichterstattung in der Schwäbische Zeitung zum „KEK“ Informationsabend in Mengen-Ennetach ergibt falsches Stimmungsbild zu „Ehoch4“

Am vergangenen Donnerstag fand in Mengen-Ennetach ein Informationsabend zum „KEK“ (Kommunales Entwicklungskonzept Konversion) statt. Nach der Berichterstattung in der Schwäbischen Zeitung hätte man meinen können, dass es hauptsächlich um das Projekt „Ehoch4“ auf dem Gelände der ehemaligen Oberschwaben-Kaserne ging – was aber so nicht richtig ist. KEK ist ein vom Land Baden-Württemberg unterstützter Prozess, bei dem es darum geht, wie die 10 von den Standortschließungen im Kreis Sigmaringen betroffenen Kommunen die Verluste kompensieren und sinnvolle Nachfolgenutzungen für die früheren Bundeswehr-Liegenschaften finden können. Die Gemeinde Hohentengen beteiligte sich aus Solidarität an diesem interkommunalen KEK-Prozess, obwohl sich für uns mit „Ehoch4“ schon eine konkrete Nachfolgenutzung abgezeichnet hatte.

Nun sollte – wie vom Land im Zuschussbescheid eingefordert – die Öffentlichkeit in Ennetach über den Sachstand der Überlegungen informiert und zur Beteiligung angeregt werden. „Ehoch4“ war eines von vier Schwerpunktthemen. Dass aus 10 „KEK-Gemeinden“ nur wenige Bürger anwesend waren, hat mich nicht so sehr überrascht. Wir haben in Hohentengen laufend über die Entwicklungen informiert und im Umland der jeweiligen Kasernen ist das Interesse nach meiner Einschätzung überschaubar. So waren z. B. in dem von der Stadt Sigmaringen georderten Doppeldecker-Bus nur vier Fahrgäste!

Im Zeitungsbericht zu dieser Veranstaltung (insbesondere durch das Foto mit „enttäuscht“ blickenden Projektentwicklern) wurde aus dem geringen Bürgerinteresse nun unterschwellig eine Ablehnung gegen Projekt „Ehoch4“ suggeriert. In ähnlicher Weise wurde auch schon bei der SZ-Berichterstattung zum Gewerbeforum „Blick ins Jahr“ eine angeblich ausgeprägte „Skepsis“ der Gewerbetreibenden unserer Gemeinde zu den Planungen auf der Oberschwaben-Kaserne in die Schlagzeile gerückt.

Diese Einschätzung der Redakteurin (die übrigens einen persönlichen Bezug zum Gemeinderat in Mengen hat) kann ich absolut nicht nachvollziehen. Bereits bei der Informationsveranstaltung im November 2013 waren rund 250 Bürgerinnen und Bürger aus unserer Gemeinde in die Göge-Halle gekommen, um sich zu informieren. Die Planungen zu „Ehoch4“ fanden dabei sehr großen Zuspruch. Die Verantwortlichen von „Ehoch4“ beteiligten sich mit einem eigenen Stand bei der Leistungsschau und das ganze Wochenende über kamen viele Bürger/innen aus der Göge mit Fragen, aber auch mit ausdrücklicher Zustimmung, auf die Projektentwickler zu. Dabei wurden die ersten positiven Kontakte zu den Gewerbetreibenden aus unserer Gemeinde vertieft. Auch die „Zaungäste“, die die ersten Aktionen auf der ehemaligen Riedsäge – ein Teilbereich von „Ehoch4“ – verfolgen, sind überwiegend angetan von der dortigen Entwicklung. Und nicht zuletzt wurden alle bisherigen Beschlüsse zu „Ehoch4“ im Gemeinderat mit einstimmiger Mehrheit getroffen.

Ich kann in der Göge eine sehr große Zustimmung zu „Ehoch4“ erkennen. Die aktuellen Entwicklungen sind nach wie positiv, die Investoren stehen zu ihren Zusagen. Im Gemeinderat werden wir demnächst über die nächste Stufe im Bebauungsplanverfahren beraten und die Grundstücksverhandlungen mit der BIMA sind auf einem guten Weg.

Peter Rainer
Bürgermeister


 

Ein Bürger-Workshop ohne Bürger

Von Vera Romeu
Schwäbische Zeitung | 05.04.2014

Veranstaltung zur Konversion in Ennetach ist ein Misserfolg – Im Internet kann weiter diskutiert werden

Die Bürger sind nicht in das Bürgerhaus gekommen, um sich über die Konversion der Oberschwabenkaserne und der Graf-Stauffenberg-Kaserne zu informieren und zu diskutieren. Sie waren eingeladen worden, es war sogar ein Bus von Sigmaringen nach Ennetach bereit gestellt worden, doch gekommen ist – außer Politikern, Stadträten, Bürgermeistern und den Fachleuten des Beratungsteams – niemand.

Zum Auftakt waren noch rund 60 Leute im Bürgersaal, hörten den einführenden Worten zu. Doch als sie aufgefordert wurden, sich auf die Tische zum Workshop zu verteilen, waren es gerade noch 30 Personen. Dies war der zweite Bürger-Workshop, der angeboten wurde, der erste hat im November in Sigmaringen stattgefunden und war gut besucht. Die Schließung der Kasernen wirkt sich auf zehn Gemeinden aus. Sie bilden den Konversionsraum. Sie haben sich zusammengeschlossen, um ein Kommunales Entwicklungskonzept zu erstellen.

Bubeck und Rainer unterschiedlicher Meinung
Die Konversion sei auf gutem Wege, die Schließung der Kasernen sei auch eine Chance für die Region, betonte Bürgermeister Bubeck. Die Raumschaft habe Stärken: Weltfirmen, solider Mittelstand, Ausbildungsbetriebe, Vollbeschäftigung, Freiflächen, die bebaut werden könnten. Dies sah Bürgermeister Peter Rainer aber nicht so. Er teile diese Ansicht nicht: In der Region fehlten Fachkräfte, große Firmen würden sich aus diesem Grund nicht ansiedeln lassen.

In Sigmaringen gibt es noch keine Investoren, die Kaserne wird im kommenden Jahr erst geschlossen. Doch laufen die Planungen zur Konversion schon im Hintergrund, erklärte Bürgermeister Thomas Schärer. Im Vorfeld haben Bürger schon Ideen eingebracht, daraus seien Projektansätze ausgearbeitet worden. Ziel sei, auf dem Kasernengelände Firmen anzusiedeln, die nicht bereits in der Region ansässig sind.

Auf dem Standort der Oberschwaben-Kaserne plant bereits ein Investor das Projekt Ehoch4. An einem Tisch im Bürgerhaus wurde das Projekt präsentiert. Dort saßen Bürgermeister Rainer und sein Vorgänger Franz Ott sowie die Investoren von Ehoch4. Dazu hatten sich ein Mengener und ein Sigmaringer Stadtrat sowie die Landratskandidatin Stefanie Bürkle gesetzt. Es wurde nachgefragt, ob der Park der Ravensburger Spiele eine realistische Chance habe, weil immer weniger Schulklassen Ausflüge machen würden. Von dem Investor kam als Antwort: Er sei seit langen Jahren mit einer Gymnasiallehrerin verheiratet, er wisse Bescheid. Außerdem vertraue man „den Ravensburgern“.

Nicht alle Informationen sind offengelegt
Ott erklärte, die Erschließung eines Gewerbegebiets brauche Zeit, Ehoch4 starte sofort, man könne nicht warten, bis die Gebäude zusammenfallen. Bürgermeister Rainer wiederholte mit Blick auf den Fachkräftemangel, dass er skeptisch sei: Große Unternehmen würden nicht kommen, weil die Fachkräfte nicht ausreichen. Das sah Bürkle allerdings anders, sie sei optimistisch. Ott erklärte: „Es geht darum, ausreichend Fläche für ein interkommunales Gewerbegebiet zu sichern, da sind wir dran.“ Doch könne man derzeit nicht alle Informationen offenlegen.

An einem weiteren Tisch wurde der Fachkräftemangel diskutiert. Hier saßen Bürgermeister Stefan Bubeck, Landtagsabgeordneter Klaus Burger, ein Sigmaringer Stadtrat und Fachleute für Integration. Sie kamen zum Schluss, dass junge Leute kaum zu halten seien, weil im ländlichen Raum der urbane „Lifestyle“ nicht geboten werden könne. Doch wolle man Leute aus dem Ausland anwerben. Da sei aber ein „Kümmerer“ notwendig.

Auch wenn die Bürger nicht zum Workshop kamen, im Internet kann man sich ab Mitte April über die Homepage www.zivilarena.de über die Konversion informieren. Am 22. April beginnt dann eine moderierte Online-Diskussion, die Bürger können hier ihre Ideen bis zum 6. Mai einbringen.

 

 

Manche Unternehmer sehen Ehoch4 skeptisch

Von Vera Romeu
Schwäbische Zeitung | 05.02.2014

Alt-Bürgermeister Franz Ott verteidigt das Projekt beim Gewerbeforum Hohentengen

Das Gewerbeforum hat sich mit der anstehenden Konversion der Oberschwaben-Kaserne auseinander gesetzt. Im Ölkofer Dorfgemeinschaftshaus trafen sich die Unternehmer und Gemeinderäte mit Bürgermeister Peter Rainer zum traditionellen „Blick ins Jahr“. Über das Projekt Ehoch4 referierten Jürgen Gaugel und Volker Fouquet. Die Ergebnisse und Strategien des Kommunalen Entwicklungskonzepts Konversion (KEK) stellte Andreas Jacob vor.

Auf dem Kasernengelände wird an Ostern 2015 der neue Attraktions- und Erlebnispark der Ravensburger Spiele auf einer Fläche von 5,4 Hektar eröffnet. Insgesamt soll das Projekt 8,2 Millionen Euro kosten. Im ersten Jahr rechnen die Macher mit 75 000 Besuchern, im zweiten mit 90 000 und ab dem dritten mit 104 000 Besuchern.

Hotel soll 2016 eröffnet werden

Parallel werde die Energiefläche bebaut und der Campus der Akademie eingerichtet, das sind weitere Elemente des Gesamtprojekts. Das geplante Hotel werde voraussichtlich 2016 eröffnet, berichtete Gaugel. Er betonte: „Sie dürfen sicher sein, wir bauen keine Solaranlage und hauen danach ab. Diese Angst ist unberechtigt. Wir werden das mit der Gemeinde vertraglich festmachen.“

Es war ein düsteres Ergebnis, was Andreas Jacob über die Entwicklung des Landkreises zu zeichnen hatte. Der Fachkräftemangel werde sich ab 2030 massiv auf die lokale Wirtschaft auswirken. Kommunen und Unternehmen müssten sich zusammenschließen, um eine gute „Willkommenskultur“ zu gründen und Fachkräfte – Meister, Techniker, Handwerker – aus dem Süden Europas zu holen. Die Unternehmer im Publikum zweifelten, dass die Fachkräfte in den Landkreis kommen und vor allem bleiben werden, weil das Lohnniveau in den Ballungszentren unvergleichlich hoch sei. Jacob bestätigte, es müsse eine gute „Bleibekultur“ entwickelt werden und vor allem Fachkräfte aus dem Ländlichen Räumen Spaniens angeworben werden.

„Man könnte meinen, die Lichter gehen demnächst bei uns aus. Es wird nicht so sein, ich halte die Entwicklung für stoppbar und umkehrbar. Wir haben eine tolle Vereinskultur und Landschaft und bei uns kann man Sport zu günstigen Preisen machen“, warf der Landtagsabgeordnete Klaus Burger ein. Er warb für das Projekt Ehoch4 als die große Chance für die Gemeinde. „Wir müssen diese Projekte mit aller Gewalt herziehen“, sagte er. Im Dorfgemeinschaftshaus war Skepsis gegenüber dem Ehoch4-Projekt zu spüren.

Der ehemalige Hohentengener Bürgermeister Franz Ott hielt eine fulminante Rede. Er wolle darauf hinweisen, dass die Gemeinde Hohentengen mit einer leeren Kaserne dastehe. Der Gemeinde könne nichts Besseres passieren als einen Investor zu finden, der das gesamte Gelände nehme und sagt, er werde alles machen. Wenn die Gemeinde nämlich die leere Kaserne übernehmen würde, dann müsste sie jedes Gebäude und jede Fläche einzeln vermarkten und dabei die Straßen und die Infrastruktur noch unterhalten. „Ich wiederhole mich: Es ist ein großer Glücksfall, dass ein Investor da ist, der alles machen will“, sagte der ehemalige Bürgermeister. „Wenn in zwei Jahren die Kaserne nicht umgenutzt ist, dann kann man den Bagger schicken und die Gebäude abbrechen“, ergänzte er.

Warum das Projekt Interkommunales Gewerbegebiet gescheitert sei, wollte ein Unternehmer wissen. Bürgermeister Rainer sagte, diese Verhandlungen seien nicht gescheitert. Am Anfang habe es Vorgespräche mit Mengen gegeben, die Interessenslagen der Investoren seien aber nicht deckungsgleich mit denen der Nachbarstadt. So habe man sich entschieden, das Projekt Ehoch4 zu ermöglichen. Eine riesige Gewerbefläche auszuweisen sei nicht realisierbar, weil ein großes Unternehmen in der umliegenden Region das Potential gar nicht vorfinde, um 200 Mitarbeiter anzustellen.

Auch Ott betonte, die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden habe sich wieder eingependelt. Bürgermeister Rainer dankte seinem Vorgänger Ott herzlich: „Er ist mir seit Monaten ein wichtiger Berater und Begleiter.“

 

 

Hohentengen prescht voraus

Von Birgit Mehl
Wochenblatt Bad Saulgau, Sigmaringen | 05.12.2013

Das kostet schon vor Schließung der Graf-Stauffenberg- Kaserne in  Sigmaringen: Vier Beratungsfirmen kümmern sich um die bevorstehende  Konversion. Die Gemeinde Hohentengen bezahlte für die Konversion der Oberschwabenkaserne bisher so gut wie nichts und ist schon weiter.

– Projektentwickler Jürgen Gaugel aus Baienfurt und Spieleland-Geschäftsführer Carlo Horn von der Ravensburger AG hoffen, dass Ostern 2015 der Lern- und Energiepark im Rahmen des „Ehoch4“-Projekts eröffnet werden kann. „Das Gelände ist mit seinen Flächen mit der bestehenden Infrastruktur, der vorhandenen Biomasseanlage und Wasserkraft ideal“, sagt Jürgen Gaugel. Er liefert mit Volker Fouquet von der gleichnamigen Kommunalberatung in  Konstanz nicht nur das Nutzungskonzept, sondern auch die Investoren, die die 60 – 80 Millionen Euro stemmen. Die  Gemeinde Hohentengen bezahlt eine Rechtsberatung und ihren Beitrag an die Lenkungsgruppe Konversion. Für die Gemeinde fallen damit so gut wie keine Kosten an, wie Bürgermeister Peter Rainer bestätigt. Um die Konversion der Graf- Stauffenberg-Kaserne in  Sigmaringen zu bewältigen, wurden vier Unternehmen als Berater  eingeschaltet. Die Stadt Sigmaringen bezahlte bereits 70 000 Euro plus knapp 10 000 Euro an die Lenkungsgruppe Konversion. 2014 fallen die nächsten 70 000 Euro an. Ab 2016 wird ein Budget für den möglichen Kauf des Geländes mit den Gemeinden Bingen und Hohentengen in den   städtischen Haushalt Sigmaringen eingestellt. Die Höhe der Summe ist noch  unbekannt. Der  Kaufpreis fürs Grundstück ist noch genauso unklar wie für die Gebäude. Die entwickelten Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten sind noch vage.

Keine Konkurrenz?
Ein Vorschlag beinhaltet die Gründung eines Wissenschaftszentrums bzw.  -parks mit den Themen Umwelt und Energie als einem möglichen Forschungsschwerpunkt. Bürgermeister Thomas Schärer erklärt: „So wie wir das Projekt ,Ehoch4‘ wahrnehmen, wird die großflächige Erzeugung von regenerativer Energie eine große Rolle spielen. Unser Ansatz geht von einer Forschung in dem Bereich Energie und Umwelt aus, die auch z. B.  Mobilitätskonzepte für den ländlichen Raum beinhalten kann.“ In der  Stellungnahme heißt es weiter: „Insofern sehen wir da nicht unbedingt eine Konkurrenz oder Doppelung, sondern eher sich ergänzende Konzepte“. Projektentwickler Jürgen Gaugel will sich zu dem Vorschlag nicht äußern.

Verband stimmt für Erlebnis- und Gewerbepark

Von Christoph Klawitter
Schwäbische Zeitung, Mengen | 05.12.2013

Damit der Erlebnis- und Gewerbepark Ehoch4 realisiert werden kann, musste der Gemeindeverwaltungsverband zustimmen – das ist am Mittwochabend geschehen: Einstimmig stimmten die Verbandsvertreter von Mengen, Hohentengen und Scheer einer entsprechenden Änderung des Aufstellungsbeschlusses für eine Änderung des Flächennutzungsplanes zu. Denn der Flächennutzungsplan muss geändert werden, damit Ehoch4 Wirklichkeit werden kann.

Der erste Aufstellungsbeschluss vom Juli 2012 hatte noch ein interkommunales Gewerbegebiet vorgesehen. Wie mehrfach in der SZ berichtet, entschied sich  die Gemeinde Hohentengen aber für Ehoch4 und damit gegen ein  interkommunales Gewerbegebiet. Weil Nachbargemeinden und das  Regierungspräsidium Tübingen allerdings Vorbehalte im Bebauungsplan-Anhörungsverfahren äußerten, wird das Projekt kleiner dimensioniert als ursprünglich geplant. Die Kosten der Änderung des Flächennutzungsplanes, damit ist ja ein entsprechendes Planungsverfahren verbunden, muss nun doch nicht die Gemeinde Hohentengen tragen, wie es zunächst angedacht war und auch so im Beschlussvorschlag stand: Die privaten Projektträger würden die anfallenden Kosten übernehmen, hieß es in der Sitzung. „Es kostet uns in dem Fall so gut wie nichts“, sagte der Verbandsvorsitzende Stefan Bubeck aus Sicht des Verbands. Die Projektträger hätten eine Kostenübernahme zugesagt. Über das Projekt selbst fand keine Diskussion in der öffentlichen Sitzung statt. Offensichtlich hatten sich die Verbandsvertreter in der zuvor stattfindenden nicht öffentlichen Sitzung über Ehoch4 ausgetauscht. Es gebe Chancen und  Risiken, so Bubeck. „Wir sollten uns mehr auf die Chancen konzentrieren.“

Unterstützung nach Kräften
Bubeck betonte außerdem, dass die Stadt Mengen die Gemeinde Hohentengen bei Ehoch4 nicht ausgebremst und auch keine Einwände formuliert habe. Man unterstütze das Projekt nach Kräften. Von Ausbremsen und Verhindern könne keine Rede sein. „Wir freuen uns mit Hohentengen“, so Bubeck. In der Sitzung informierte der ausführende Planer Klaus Grossmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro nochmals über den Umfang des Projekts.
Demnach werden die Grünflächen mit 27,8 Hektar den größten Anteil einnehmen. Es gibt drei Sondergebiete: Akademie (12,72 Hektar), Lernen (5,41 Hektar) und Regenerative Energien (20,57 Hektar). Daneben sind drei Gewerbegebiete vorgesehen (1. 6,03 Hektar, 2. 1,83 Hektar, 3: 2,69 Hektar). Die Verkehrsflächen nehmen 3,26 Hektar ein. Das gesamte Projektgebiet umfasst 80,3 Hektar.

Gemeinde Hohentengen plant Umnutzung

Die Vorstellung des 65-Millionen-Projekts "Ehoch4" erfährt enormes Interesse bei den Zuhörern.

Von Reinhard Rapp
Südkurier Linzgau-Zollern-Alb | 02.12.2013

Auf dem Gelände der Oberschwabenkaserne soll ein Wissenschafts-, Technologie-, Gewerbe- und Erlebnispark für erneuerbare Energien entstehen. Die Gemeinde Hohentengen plant Investitionen in Höhe von 65
Millionen Euro.


Die Firma „SOWIEnergie“ mit Sitz in Baienfurt im Landkreis Ravensburg plant im Rahmen der Konversion auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts Mengen-Hohentengen unter dem Namen „Ehoch 4“ einen europäischen Wissenschafts-, Technologie-, Gewerbe- und Erlebnispark für Erneuerbare Energien zu errichten. Während der zurückliegenden Planungszeit erstellte die Hochschule Riedlingen eine Machbarkeitsstudie und deren Ergebnis sieht das Konversionsprojekt überwiegend positiv.

Zuvor hatte die Gemeinde Hohentengen zu einer Vorstellung die Öffentlichkeit eingeladen und dazu mehrere Referenten aufgeboten. Bürgermeister Peter Rainer wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Bundeswehrsoldaten die Kaserne vor knapp einem Jahr in einem tadellosen Zustand verlassen hätten.

Dies bestätigte auch Projektentwickler Volker Fouquet von der  Kommunalberatung Konstanz. Er erläuterte das Gesamtprojekt, in dem unter anderem das Wasserkraftwerk eines aufgegebenen Sägewerks miteinbezogen und die benachbarte Biogasanlage genutzt werden sollen. Geplant ist laut Fouquet die autarke Versorgung der Gesamtanlage mit Energie und darüber hinaus Abgabe von elektrischem Strom. Das Leuchtturmprojekt, wie Fouquet es nennt, wurde bereits der Landesregierung und der Europäischen Union in Brüssel vorgestellt und habe dort Anklang gefunden.

Anschließend erläuterte Projektentwickler Jürgen Gaugel die einzelnen Bausteine der geplanten Nutzung auf der Karte des Kasernengeländes.

Für Erzeugung der Energie mit Solar-, Wind-, Wasserkraft, Holzvergasung und Biomasse sind laut Gaugel die zur Verfügung stehenden Flächen ausreichend.
Ebenso könnten die vorhandenen Gebäude nach entsprechender Ausgestaltung weiterhin einer akademiebezogenen Nutzung zugeführt werden.

Ein ebenfalls geplantes „Peak“-Hotel, in erster Linie als Seminar- und Tagungshotel vorgesehen, komme mit etwa 30 Prozent Energieverbrauch gegenüber konventionellen Hotels aus, dank der Bauweise.

Den Weg vom Nutzungskonzept zur Realisierungsstufe beschrieb Planer Klaus Grossmann in Einzelheiten. Anhand des Geländeplans konnte man entnehmen, an welchen Stellen des Kasernenareals die Akademie, der Gewerbe- und der Erlebnispark künftig ihre Standorte haben werden. Grossmann erläuterte die zu unternehmenden weiteren Schritte bis zum Antrag auf Genehmigung beim Landratsamt.

Sinn und Zweck der Akademie für nachhaltige Entwicklung und des Begriffs Nachhaltigkeit erfuhren die Zuhörer von Professor Christian Schaffrin von der Hochschule Konstanz. Ebenso nannte der Akademiker mit den Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Biberach, Rottenburg und Ravensburg-Weingarten die Partner der Akademie. Breiten Raum im Vortrag nahm das Projekt Lern- und Erlebnispark der Ravensburger Freizeit und Promotion ein, das deren Geschäftsführer Carlo Horn umfassend vorstellte.

In dieser Anlage sollen Kinder und Jugendliche spielerisch die verschiedenen Erzeugnisarten von Energie kennen lernen, führte der Vortragende aus. Horn rechnet mit einem Einzugsgebiet von 120 Kilometer. Zwischen sechs und acht Millionen Euro plant die Unternehmensgruppe aus Ravensburg an Finanzmitteln und das Entstehen von etwa 30 Arbeitsplätzen. Saisonal kämen dann noch etwa 20 Arbeitplätze hinzu, hieß es.

Zur Verwirklichung des Projektes seien etwa 65 Millionen Euro an Investitionen veranschlagt und Finanzierungssicherheit ist laut Jürgen Gaugel und Volker Fouquet vorhanden.

Gemeinderat Mengen stimmt Hohentengens Projekt E hoch Vier zu

Von Volker Knab
Schwäbische Zeitung, Mengen | 29.11.2013

Der Gemeinderat Mengen hat seine Vertreter der Verbandsversammlung beauftragt, der Änderung des Flächennutzungsplanes bei der Konversion der Oberschwaben-Kaserne zuzustimmen. Die Kosten der Änderung und Berichtigung des Planungskonzepts muss aber laut Beschlussantrag und entgegen der Satzung des Gemeindeverbands die Gemeinde Hohentengen alleine tragen.

Zur Erinnerung: Hohentengen favorisiert das Projekt „E hoch 4“. Ein Konzept, das brachliegende Gelände der Oberschwabenkaserne mit vielen Freiflächen und teils neuer, aber auch alter Bausubstanz auf dem Areal einer neuen  Verwendung zuzuführen. Bekanntlich hatte sich die Stadt Mengen eine andere Nutzung in Richung eines interkommunalen Gewerbegebiets gewünscht. Auf deren Gemarkung liegen aber nur einer geringer Teil der Konversionsfläche.

Der größte Teil der Fläche liegt auf der Gemarkung Hohentengen. Die will dort den Erlebnispark „E hoch 4“ realisieren (die SZ berichtete mehrfach). Neue  Energien, verbunden mit einer Akademie sollen den gewerblichen Teil liefern. Was den Spaßfaktor anbelangt, steht nach Angaben sowohl der Gemeinde Hohentengen wie auch der Stadt Mengen seitens Ravensburger eine Zusage.

Mengen stand dem Konzept aus Hohentengen allerdings von Anfang an
kritisch gegenüber. Im verwaltungsrechtlichen Verfahren seitens der umliegenden Gemeinden wurde Hohentengen jüngst
ausgebremst. Der rund 5500 Einwohner starken Gemeinde wurde ein zusätzlicher Bedarf an Gewerbeflächen abgesprochen.
Auf die Ausweisung neuer, großzügig geschnittener Gewerbeflächen auf der ehemaligen Oberschwaben-Kaserne musste Hohentengen deshalb verzichten.
Die Stadtverwaltung Mengen hatte erhebliche Einwände gegen das von der Gemeinde Hohentengen geplante Projekt „E hoch 4“ formuliert. Im Gemeinderat warb jetzt Bürgermeister Stefan Bubeck trotzdem für Zustimmung. „Wir sollten das Projekt in dieser Form unterstützen“, sagte er.

Ravensburger kommt nach Hohentengen!

Von Birgit Mehl
Wochenblatt | 21.11.2013

Hier sagt Spieleland-Geschäftsführer Carlo Horn, wie er mit dem Thema Erneuerbare Energien 100 000 Besucher jährlich bis aus Zürich und Stuttgart begeistern will.

Was war ausschlaggebend für die Beteiligung am Konversionsprojekt „Ehoch4“ von Jürgen Gaugel und Volker Fouquet in Hohentengen?
Carlo Horn: Das Interessante ist das neue Thema Erneuerbare Energien spielerisch anzugehen und umzusetzen, so dass auch die jungen Leute verstehen, was hinter diesen Dingen steckt. Wir wollen Schulklassen, Familien und Unternehmen ansprechen, die einen Betriebsausflug machen wollen.

Was wird uns auf dem 5,41 ha großen Gelände erwarten?
5 verschiedene Themenbereiche zu 5 verschiedenen Erneuerbare-Energien-Formen mit insgesamt 20 Attraktionen, die auf die gesamte Zielgruppe ausgerichtet sind – angefangen von den Dreijährigen bis hin zu den Erwachsenen.

Zum Beispiel?
Es wird einen Solar-Highway mit mit Sonnenenergie betriebenen Fahrzeugen, eine Biogasanlage mit Wettbewerbsspiel, ein begehbares Windrad und viele andere spannende Dinge geben. Lassen Sie sich überraschen!

Wie weit sind Sie mit den Planungen?
Die Planungen sind, was die Ideen angeht, schon sehr weit. Die nächsten Detailplanungen hängen vom weiteren Genehmigungsverfahren für das gesamte „Ehoch4“-Projekt ab.

Welchen Stellenwert hat das Thema Energie bei Ravensburger?
Einen sehr hohen Stellenwert! Es gibt bei uns bereits Experimentierkästen, mit denen der jungen Generation das Thema Erneuerbare Energien, Elektrotechnik und Elektronik nahe gebracht werden soll.

Die bestehenden Bäume wollen Sie in Ihr Konzept integrieren. Was heißt das für Sie?
Wir integrieren alles, was an Grünbestand da ist, in das Projekt. Es werden keine Bäume für das Projekt gefällt, sondern wir bauen unsere Konzeption um den bestehenden Bestand herum.

Aus den Munitionsbunkern sollen Workshop-Räume werden. Wie geht das?
Die Bunker haben einen sehr tollen Charme und sind ökologisch sehr gut in die Natur eingebettet. Wir müssen jetzt die entsprechende Inneneinrichtung und Beleuchtung schaffen und dann kann man mit den Workshops beginnen.

In Kooperation mit dem Kultusministerium sollen Lernmaterialien erstellt werden. Wie ist hier der Stand?
Wir praktizieren das bereits für unsere Ravensburger Experimentierkästen Science X und haben so gute Kontakte zu den Kultusministerien der verschiedenen Bundesländer. Auf dieser Basis werden wir auch die Workshops ausarbeiten.

Das Spieleland vermeldete dieses Jahr mit 351 000 Besuchern einen neuen Rekord. In Hohentengen rechnen Sie mit 100 000 Besuchern pro Jahr. Wie wollen Sie das in diesem Flächenlandkreis schaffen?
Das hat unsere Potentialanalyse ergeben. Wir gehen von einem bis zu 120-minütigem Radius aus, der bis nach Zürich, St. Gallen und Stuttgart reicht. 2015 rechnen wir mit rd. 75 000 Besuchern, 2016 mit rd. 90 000 Besuchern und 2017 mit mehr als 104 000 Besuchern.

Werden Sie mit dem neuen Lern- und Energiepark in Hohentengen dem eigenen Spieleland Konkurrenz machen?
Es wird sicherlich Überschneidungen bei den Zielgruppen geben. Aber da es in Hohentengen um das sehr spezielle Thema Erneuerbare Energien geht, wird die Besucherzahl im Spieleland sicherlich nicht sinken.

Ravensburger möchte auch ein Energie-Spiel auf den Markt bringen.
Das Thema soll in unsere bereits bestehende Reihe Science X mit eingebunden werden.

Einstige Kaserne bekommt einen Solar-Highway

Gut besucht war die Informationsveranstaltung zu Ehoch 4 in der Göge-Halle. (Foto: Christoph Klawitter)

Von Christoph Klawitter
Schwäbische Zeitung, Mengen | 17.11.2013

Projektmacher stellen in der Göge-Halle das Ehoch4-Konzept vor – Franz Ott: „Eine Riesenchance für Hohentengen“

Hohentengen Begehbares Windrad, Windkanal, „Solar-Highway“ – der geplante Lern- und Erlebnispark auf dem ehemaligen Kasernengelände möchte Kindern und Jugendlichen im Alter von zwe bis 15 Jahren auf spielerische Art und Weise mit dem Thema Erneuerbare Energien vertraut machen. In der gut gefüllten Göge-Halle erläuterte Carlo Horn die Pläne. Er ist Geschäftsführer der Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH, einer Tochterfirma der Ravensburger AG. Bewohner der Göge, aber auch Bürgermeister und Gemeinderäte benachbarter Kommunen hörten aufmerksam zu.

Der Lern- und Erlebnispark ist ein Element des Gesamtprojekts. Die Pläne sind schon weit fortgeschritten. Das machte die Präsentation von Horn deutlich. Die Eröffnung ist für Ostern 2015 geplant, das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 8,2 Millionen Euro. Laut Horn werden 30 neue Arbeitsplätze entstehen, darunter 22 saisonale Arbeitsplätze – die mit Schülern und Studenten aus der Region besetzt werden sollen. Der Erlebnispark wird eine Fläche von 5,4 Hektar einnehmen. „Stellt sich der Erfolg ein, braucht man Erweiterungsflächen“, sagte Horn. So werden 4,4 Hektar als Reserve bereitgehalten. Horn peilt für 2015 rund 75.000 Besucher an, 2017 sollen es rund 105 000 sein. Er machte deutlich, dass diese Zahlen auf einer sorgfältigen Planung beruhen: „Wir kennen die Vergleichszahlen vom Spieleland.“ Horn versuchte auch, gleich vorneweg mögliche Bedenken wegen des Verkehrs auszuräumen: In Spitzenzeiten sei mit etwa 200 bis 250 Autos pro Tag zu rechnen, die den Lern- und Erlebnispark anfahren.

Bürgermeister Peter Rainer und das Projektteam stellten das Gesamtprojekt vor, das nicht nur aus dem Lern- und Erlebnispark besteht. Das Konzept sei eine einzigartige Chance, ein europäisches Modellprojekt im Sinne der Energiewende zu verwirklichen, meinte Projektentwickler Volker Fouquet. Es könne zu einem Leuchtturm-Projekt werden, das weit über Baden-Württemberg hinaus Bedeutung haben könne.

Den Projektmachern ist es wichtig, die Bürgerschaft und die gesamte Raumschaft in die Planung einzubeziehen. So soll laut Jürgen Gaugel, einem weiteren Projektentwickler, ein Projektbeirat aus Vertretern der kommunalen Politik, der regionalen Wirtschaft und weiteren Bürgern gegründet werden. Die Ehoch4 GmbH werde ihren Sitz in Hohentengen haben. Die Geschäftsführung werde von der Investorengruppe gestellt. Wie berichtet, ist ein Investor aus dieser Gruppe ausgeschieden. Gaugel nahm dazu Stellung: Der ausgeschiedene Investor habe mit der gesamten Finanzierung nur wenig zu tun. „Die Finanzierung steht zu 100 Prozent“, versicherte er auf Nachfrage aus dem Publikum. Das Gesamtprojekt habe einen Umfang von derzeit etwa 60 Millionen Euro. Der Löwenanteil von 20 bis 25 Millionen Euro entfalle auf Projekte auf den geplanten Energieflächen.

Ein weiteres wichtiges Element ist „Peak - Das Klimahotel“. Es ist so geplant, dass der Verbrauch von Heizung, Kühlung, Trinkwassererwärmung und Licht vollständig durch die selbst generierte Energie gedeckt wird. „Es ist ein Seminar- und Kongresshotel mit einem guten Standard“, erläuterte Gaugel. Es solle aber bezahlbar bleiben. Das Hotel soll laut Gaugel rund 130 Plätze und drei Tagungsräume bieten und habe ein Investitionsvolumen von etwa sechs bis acht Millionen Euro.

Die geplante Akademie dient der Ausbildung von Fachkräften für den Energiesektor. Verkleinert hat sich gegenüber dem ursprünglichen Plan der Umfang der Gewerbeflächen. Dafür werden die bereits bestehenden Gewerbegebiete „Am Flugplatz“ nun stärker eingebunden, ebenso der Bereich Sägewerk Reichert.

Einige Zuhörer meldeten sich nach den Vorträgen zu Wort und zeigten sich von dem Gesamtprojekt beeindruckt. „Es ist eine Riesenchance, die die Gemeinde Hohentengen hat“, sagte etwa Alt-Bürgermeister Franz Ott. „Es trifft den Zeitgeist“, meinte Landtagsabgeordneter Klaus Burger. Weiter im Dunkeln blieb, wer die Mitglieder der Investorengruppe sind.

Visionär Jürgen Gaugel im Kreuzverhör

Von Birgit Mehl
Wochenblatt Bad Saulgau, Sigmaringen | 14.11.2013

Die noch zu gründende „Ehoch4“-GmbH will mit der Ravensburger AG Ostern 2015 die Eröffnung des Erlebnisund Lernparks auf dem früheren Oberschwabenkasernen- Areal in Hohentengen feiern! Hier sagt rojektentwickler Jürgen Gaugel, wie es ohne den Investor Wirsol weiter geht und wieso bei der Gewerbefläche abgespeckt wurde.

Die Wirsol-Gruppe, der bisher federführende Investor, leitete ein vorläufiges Insolvenzverfahren ein. Wer wird die 60 – 80 Millionen Euro für das  Konversionsprojekt „Ehoch4“ jetzt stemmen?
Jürgen Gaugel:
Die Wirsol- Gruppe war nicht der federführende
Investor. Vorstandsvorsitzender Markus Wirth, den ich seit langem persönlich kenne, war nur der Sprecher der Investoren. Die Insolvenz
hat keinerlei Auswirkungen auf „Ehoch4“. Die 60 – 80 Millionen Euro Investition werden nach wie vor von einer badenwürttembergischen
Investorengruppe gestemmt.

Gibt es bereits einen neuen Geldgeber?
Wirsol wollte im Bereich Energie investieren. Hier haben wir bereits Ersatz gefunden. Es handelt sich um ein renommiertes Unternehmen, mit dem gerade die entsprechenden Vereinbarungen geschlossen werden.

Trotzdem soll Markus Wirth weiterhin Geschäftsführer von „Ehoch4“ werden?
Das stimmt nicht. Die „Ehoch4 GmbH“ muss erst noch gegründet werden,  dies wird schon in den kommenden Wochen geschehen . Es wird mehrere  Geschäftsführer geben. Außerdem wollen wir einen Beirat gründen, in dem sich Vertreter aus Kommunalpolitik und örtlicher Wirtschaft einbringen können. Wir legen großen Wert darauf, dass „Ehoch4“ ein regionales Projekt wird.

Wie weit sind die Verhandlungen mit der Grundstückseigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben?
Die Kaufpreisverhandlungen sind abgeschlossen, die Kaufvertragsentwürfe werden derzeit geprüft. Wir gehen davon aus, dass es noch dieses Jahr zur Unterschrift kommt.

Der Stadt Mengen ist die Planung mit mehreren Sondergebieten zu pauschal und flexibel. Was heißt das für die Arbeit an „Ehoch4“?
Wir befinden uns in einem Verfahren und nicht in einem fertigen Prozess! Wir haben nach den Anhörungen der Träger öffentlicher Belange unser Konzept modifiziert. Wir haben es den Anforderungen bzw. Anregungen aus den Stellungnahmen der Fachbehörden angepasst, in den Grundzügen entspricht es zu 100 % dem Ursprungskonzept. Wir würden uns freuen, wenn der Gemeinderat Hohentengen bei seiner nächsten Sitzung die  entsprechenden Beschlüsse fassen würde.

„Ehoch4“ sieht weitere 14 ha Gewerbefläche vor. In Hohentengen gibt es noch genügend freie Gewerbeflächen. Wie rechtfertigen Sie den  Flächenverbrauch?
Wir haben die geplante Gewerbefläche deshalb auf ca. 4 ha reduziert. Ca. 10 ha werden wir von den bestehenden freien Gewerbeflächen  Hohentengens nördlich der Flughafenlandebahn mit nutzen. Dies hat auch
für die Gemeinde Hohentengen nachvollziehbare Vorteile.

Die Stadt Mengen behauptet, die Gewerbeflächen seien ohne städtebaulichen Bezug in die freie Landschaft geplant. Was sagen Sie zu dem Vorwurf?
Ein städtebaulicher Bezug ist keine zwingende Vorgabe. Wir haben die Gewerbegebiete aus ökologischen und ökonomischen Gründen dort angesiedelt. Aus unserer Sicht sind sie dort am sinnvollsten, weil wir
so z.B. auf bereits bestehende Straßen und Wege zurückgreifen können.

Das heißt?
Damit konnten wir die Versiegelungen neuer Flächen deutlich reduzieren. Ebenso sollten dabei auch die ökologischen Auswirkungen beachtet werden. Im übrigen macht es keinen Sinn, Gewebeflächen im Bereich des Erlebnis- und Lernparks anzusiedeln.

Wann ist frühestens mit dem ersten Spatenstich zu rechnen?
Ich bin sicher, dass wir mit unserem modifizierten Konzept ganze Arbeit geleistet haben, dem u. a. auch das Regierungspräsidium zustimmen kann. Wir würden gern Ostern 2015 die Eröffnung des Erlebnis- und Lernparks feiern.

Der Landkreis Sigmaringen hat keine 130 000 Einwohner. Was macht Sie so sicher, dass das Riesenprojekt hier funktioniert?
Es handelt sich um ein regionales Projekt im Bereich Erneuerbare Energien, das europaweit einmalig ist und sicherlich überregional Anerkennung finden wird. Wir haben die Besucherzahlen sehr konservativ hochrechnen lassen.

Mit welchem Ergebnis?
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass „Ehoch4“ sehr schnell sehr gut  funktioniert. Wir haben für die unterschiedlichen Bausteine Studien erhoben,  welche z.B. klar hervorbrachten, dass das angedachte Seminarhotel mit einer entsprechenden guten Auslastung rechnen kann.

In Schutterwald realisiert Sowienergie mit der Wirsol Solar AG auf einem 6,6 ha großen Areal der Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg einen Solarpark. Wie geht es mit diesem Projekt weiter?
Der Solarpark wurde von uns entwickelt. Realisieren wird ihn nun ein anderer Generalunternehmer. Der Solarpark soll noch 2013 fertig gestellt werden.

Gewerbepark wird kleiner als geplant

Der Bau des Klimahotels auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne ist eines der Projekte, die auf der Informationsveranstaltung vorgestellt werden. (Foto: Ehoch4)

Von Christoph Klawitter
Schwäbische Zeitung, Mengen | 30.11.2013

Der geplante Erlebnis- und Gewerbepark Ehoch4 in der ehemaligen Kaserne stößt bei Nachbargemeinden und Behörden auf Vorbehalte. Das ist beim ersten Anhörungsverfahren deutlich geworden. Konsequenz: Der Park wird nun kleiner dimensioniert.

Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Klaus Burger kritisierte in der Gemeinderatssitzung das Regierungspräsidium Tübingen. „Da hätte ich schon erwartet, dass da etwas mehr Kooperationsbereitschaft dargelegt wird.“ Hintergrund ist, dass momentan in der Raumplanung das Thema Flächen sparen hoch im Kurs steht. So wird ganz genau hingeschaut, wenn eine Gemeinde neue Gewerbegebiete ausweisen will.

Doch in Hohentengen ging man davon aus, dass die ehemalige Kaserne ein Sonderfall ist. Ein „nicht-normales Gewerbegebiet“, wie es Klaus Burger ausdrückte. Doch offenbar setzt die Behörde nun die gleichen strengen Regeln an, so als handle es sich um ein normales Gewerbegebiet. Deshalb bemängelte die Behörde die Anzahl der auszuweisenden Flächen als zu groß. Das ärgerte Gemeinderat Martin Reck. Er erinnerte daran, dass man den betroffenen Gemeinden bei der bundesweiten Schließung von Kasernen zugesagt habe, den Konversionsprozess wohlwollend zu begleiten. „Da sieht man wie wohlwollend die Unterstützung in der Konversion ist“, zog er ein bitteres Fazit.

Die Nachbargemeinden befürchten Nachteile

Aber auch vonseiten Bad Saulgaus und Mengen kommen Beschwerden. Die Befürchtung: Hohentengen weist mit dem Park so viele neue Flächen aus, dass womöglich für die umliegenden Gemeinden zu wenig neue Flächen übrig bleiben, wenn die Hohentenger Gebiete auf die gesamte Raumschaft angerechnet würden. In der Stellungnahme Bad Saulgaus kommt zudem die Sorge vor einer „erheblichen Konkurrenzsituation“ zum Ausdruck. Es müsse für Bad Saulgau auch künftig möglich sein, „Gewerbeflächen auszuweisen und wettbewerbsfähig anzubieten“. Die Stadt Mengen legte eine sehr detaillierte Stellungnahme mit allerlei Forderungen und Kritikpunkten vor. Das Konzept nehme beispielsweise nicht Rücksicht auf gewachsene Siedlungsstrukturen und habe erhebliche Auswirkungen auf Mengen. Die Stadt macht auch deutlich, dass sie lieber ein interkommunales Gewerbegebiet gehabt hätte.

Die Anzahl der vielen Kritikpunkte und Detailforderungen aus Mengen sorgte für Kopfschütteln im Gemeinderat. Rat Peter Löffler fasste den Unmut in Worte: Einerseits empfinde man die Gewerbeflächen als störend und zu groß, andererseits wolle man aber ein interkommunales Gewerbegebiet haben und selber mitmachen. Er wie auch Planer Klaus Grossmann von dem gleichnamigen Büro betonten, dass der Park ausschließlich für Firmen aus dem Bereich erneuerbare Energien gedacht sei, von einer Konkurrenz also keine Rede sein könne.

Verband entscheidet über den Flächennutzungsplan

Nun ist es so, dass sich Hohentengen in einem Gemeindeverwaltungsverband mit Scheer und Mengen befindet: Parallel muss der Flächennutzungsplan geändert werden, und das entscheidet dieser Verband. Auch hat die Machbarkeitsstudie der Riedlinger Hochschule ergeben, dass der Bereich, wo die Akademie angesiedelt werden soll, nicht so groß wie ursprünglich vorgesehen sein muss. Angesichts all dessen wird jetzt kleiner geplant.

Das Sondergebiet Akademie beträgt statt rund 19 nun rund 13 Hektar und auch bei den geplanten Gewerbegebieten werden die Flächen reduziert: Die Kasernengebäude, die nicht von der Akademie genutzt werden, sollen als Gewerbegebiet ausgewiesen werden, also keine neuen Gebäude auf der Wiese gebaut werden. Die unbebaute Grünfläche innerhalb des rund 80 Hektar großen Gesamtgebietes wiederum erhöht sich von rund 15 auf rund 28 Hektar. Die restlichen beiden Sondergebiete hingegen bleiben gleich. Trotz der Reduzierung stünden die Investoren weiter hinter dem Projekt, versicherte Bürgermeiser Peter Rainer auf Nachfrage von Klaus Burger.

Das Büro Grossmann wird jetzt einen neuen Entwurf für den Bebauungsplan ausarbeiten, der Gemeinderat Hohentengen beauftragte ihn dafür. Dann gibt es noch einmal ein Anhörungsverfahren. Und erst danach wird endgültig entschieden, wie der Park auf dem ehemaligen Kasernengelände gebaut werden soll.

„Ehoch4“ nahm nächste Hürde - Machbarkeitsstudie der Hochschule Riedlingen sieht Konversionsprojekt überwiegend positiv

Das anspruchsvolle Konversionsprojekt „Ehoch4“ auf dem Gelände der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen, einem modellhaften Beitrag zur Energiewende und zur regionalen Wirtschaftsförderung nahm die nächste Hürde erfolgreich. Der Gemeinderat der Gemeinde Hohentengen hatte im Sommer für das städtebauliche Konzept „Ehoch4“ einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Das Land Baden‑Württemberg hatte gemeinsam mit den Gemeinden Hohentengen und Mengen und dem Grundstückseigentümer BImA für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie im Sinne eines Stresstestes für „Ehoch4“ die Hochschule SRH Riedlingen beauftragt.

Nach einer fünfmonatigen Bearbeitungszeit hat nunmehr die Hochschule Riedlingen Anfang Oktober in einer über 200 Seiten umfassenden Studie die überwiegend positiven Ergebnisse vorgestellt, in dem die Fachgutachter die fünf Säulen von „Ehoch4“ als umsetzbar und alternativlos bezeichnen, allerdings insbesondere bei den angestrebten Flächengrößen der geplanten Gewerbegebiete gewisse Bedenken anmeldeten.

Begrüßt wurde der von der Ravensburger AG konzipierte Erlebnis- und Lernpark, die geplante Akademie für Nachhaltigkeit sowie die vorgesehenen energieproduzierenden Flächen mit Photovoltaik, Windenergie, Biomasse und Wasserkraft.

Bürgermeister Rainer begrüßte als Vertreter der Gemeinde Hohentengen, auf deren Gemarkung 99 % der Entwicklungsfläche liegen, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, sieht jedoch bei der Entwicklung von Gewerbeflächen noch Abstimmungsbedarf mit den Fachbehörden und den Nachbargemeinden.
Ein Wermutstropfen in der Umsetzung des Gesamtprojektes sehen die Projektentwickler Jürgen Gaugel (SOWIEnergie e. K.) und Volker Fouquet (Kommunalberatung Konstanz) in der am Wochenende überraschen veröffentlichen Mitteilung, dass der bisherige federführende Investor, die WIRSOL Gruppe aus Waghäusel, Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens gestellt habe, um sich abzeichnende Kreditengpässe zu überwinden. “Der Geschäftsbetrieb gehe aber uneingeschränkt weiter während die Geschäftsführung im Amt bleibt“, so ein Pressesprecher der WIRSOL-Gruppe. Er vermutet, dass die Banken nicht mehr das Vertrauen in die Branche haben wie noch vor Jahren“. Jürgen Gaugel, Eigentümer der SOWIEnergie ist überzeugt, dass das einmalige Projekt „Ehoch4“, das auch die Unterstützung der baden-württembergischen Landesregierung gefunden hat, mit den weiteren baden-württembergischen Investoren erfolgreich umgesetzt werden kann. “Aufgrund der aktuellen politischen Verunsicherung und den veränderten globalen Rahmenbedingungen ist die Solarbranche unverdient in eine allgemeine Verunsicherung geraten, aus der ganzheitliche Energieprojekte, die auf eine Energieautarkie ausgerichtet sind wie „Ehoch4“, eher erfolgreich herauskommen“, so Jürgen Gaugel. Er ist davon überzeugt, dass neben den bereits engagierten Investoren, weitere Partner für das einmalige Projekt der Energiewende gewonnen werden können.

 

 

In früherer Kaserne entsteht Erlebnis- und Gewerbepark rund ums Thema Energie

Von Rudi Multer
Schwäbischen Zeitung,  Mengen | 25.07.2013

Europaweit einmaliges Projekt in Zusammenarbeit von Hochschulen zum Erforschen und Testen erneuerbarer Energien – Erlebnis- und Lernpark in Zusammenarbeit mit der Ravensburger AG

Hohentengen - Eines der größten Projekte des Landes für die Umnutzung einer von der Bundeswehr aufgegebenen Kaserne nimmt Gestalt an: Die frühere  Oberschwaben-Kaserne Mengen-Hohentengen wird in einen Erlebnis- und Gewerbeparkt rund um das Thema erneuerbare Energien umgestaltet. Im Akademiebereich sollen Hochschulen der Region rund um das Thema E-Mobilität, regenerative Energien und Energieeinsparung lehren und forschen. Ein Erlebnis- und Lernpark zum selben Themenfeld ist für Familien-  Jugendgruppen und Firmenausflüge für den eher spielerischen Umgang mit dem Thema gedacht. Für das Testen neuer Verfahren zur Erzeugung regenerativer Energien solle es ebenfalls Flächen. Schließlich sollen sich in verschiedenen Abschnitten eines Gewerbegebiets verschiedenste Firmen aus dem Bereich Energieeinsparung und regenerative Energien ansiedeln. Das geht sogar soweit, dass eine Grünfläche für den Anbau und den Test mit Pflanzen zur Energiegewinnung ausgewiesen ist.

Das Projekt ist europaweit einmalig, machte Volker Fouquet von der Kommunalberatung Konstanz im Gemeinderat in Hohengengen (Kreis Sigmaringen) deutlich. Zusammen mit Jürgen Gaugel von der „Sowienergie“ in Baienfurt entwickelt er das Projekt auf dem früheren Kasernengelände. Er sieht darin auch ein für das Land Baden-Württemberg einmalige Chance. Die bestehenden Gebäude und auch die Sportanlagen eigneten sich gut für eine Verwendung im Akademiebereich als Seminargebäude. Insgesamt werden für den Park mit dem Namen „Ehoch4“ (Europäischer Erlebnis- und Gewerbepark für erneuerbare Energien Hohentengen) 77,11 Hektar geplant. In der Sitzung am Mittwoch brachte der Gemeinderat den dafür notwendigen Bebauungsplan auf den Weg.

Regenerative Energie und Bildung setzen Schwerpunkt


Schwäbische Zeitung, Bad Saulgau | 24.07.2013

Hohentengen stellt im Gemeinderat geplante Nachnutzung der Kaserne vor

Für das aufgegebene Kasernengelände in Hohentengen gibt es konkrete Pläne für eine Nachnutzung: In der Gemeinderatssitzung heute werden die Pläne vorgestellt. Zuerst einmal geht es aber um das Planungsrecht. Darüber muss der Gemeinderat entscheiden.
Insgesamt hat das Gelände eine Größe von circa 77,11 Hektar. Auf diesem Gelände soll ein Wissenschafts-, Technologie- und Gewerbe- und Erlebnispark mit Schwerpunkt der zukunftsorientierten Technologie der Gewinnung regenerativer Energie entstehen.
Zentraler Bestandteil des Konzeptes „Ehoch4“ ist dabei unter anderem die „Akademie für nachhaltige Entwicklung“. Bildungsträger aus der ganzen Region sollen sich dort mit begrenzter Präsenz ansiedeln. Ein Erlebnis- und Lernpark mit innovativem Hintergrund soll ebenfalls auf das Gelände kommen. Hierfür wurde mit der Ravensburger AG ein namhafter Kooperationspartner aus der Region gefunden.
Ein Sondergebiet wird der Erzeugung regenerativer Energie mit rund 20 Hektar gehören. Des Weiteren ist die Ausweisung von Gewerbegebieten geplant, begleitend zu den übergeordneten Themen. Für das Vorhaben ist eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig.

 

 

Solarpark Waghäusel feierlich in Betrieb genommen

Waghäusel l 03.05.2013

Mit einem Druck auf den roten Knopf wurde der Solarpark Waghäusel im Landkreis Karlsruhe mit einer Nennleistung von 3,11 Megawatt (MW) gestern symbolisch in Betrieb genommen. Anschließend überreichten WIRSOL-Gründungsvorstand Markus Wirth und Projektentwickler Johannes Groß ein E-Bike an Domdekan Andreas Möhrle von der Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg, die in das Projekt investiert hat.

„Wir als Kirche sollten auch etwas für den Umstieg auf regenerative Energien tun – weg von den fossilen Brennstoffen“, erklärt Johannes Baumgartner, Erzbischöflicher Oberrechtsdirektor der Erzdiözese Freiburg. „Die Bewahrung der Schöpfung liegt uns am Herzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf diesem Feld sichtbare Zeichen setzen“, so Baumgartner weiter.Der Solarpark ist in Deutschland der erste, der sich in der Hand einer kirchlichen Stiftung befindet. Photovoltaik ist eine sichere Anlage, die der Stiftung über 20 Jahre lang Rendite für den guten Zweck einbringt. Über diesen Zeitraum garantiert der Staat mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine geregelte Einspeisevergütung.Innerhalb von nur vier Wochen hat WIRSOL die solare Großanlage gebaut und ans Netz angeschlossen. Das Photovoltaik-Kraftwerk ist in unmittelbarer Nähe zum Firmenhauptsitz des Dienstleisters für erneuerbare Energien entstanden.„Durch den Solarpark direkt vor unserer Firmenhaustür, können wir die Bevölkerung aus unserer Heimatregion am Erfolg der Energiewende teilhaben lassen“, sagt WIRSOL-Gründungsvorstand Markus Wirth. Mit knapp 13.000 verbauten Modulen produziert die Anlage grünen Strom für mehr als 500 Familien. Damit können jährlich etwa 2.015 Tonnen C02 vermieden werden.

Quelle: wirsol.de

Energiewende im Namen des Herrn

Badische Zeitung l 14.11.2012

In Schutterwald entsteht auf Initiative der katholischen Kirche ein Solarpark mit einem Jahresertrag von 2500 Megawattstunden.

Der Solarpark Schutterwald kommt. Am Dienstag war der offizielle erste Spatenstich, in Kürze rollen die Bagger an. Bauherren sind die Firmen Wirsol, Waghäusel, und Sowi-Energie, Baienfurt bei Ravensburg. Laut Sowie-Energie-Geschäftsführer Jürgen Gaugel soll der Solarpark Schutterwald im ersten Quartal 2013 ans Netz gehen. Gaugel rechnet mit einem Jahresertrag von etwa 2500 Megawattstunden – das entspricht etwa durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 830 Haushalten.

Dafür werden auf der 6,6 Hektar großen Fläche 9800 Solarmodule eingebracht. Die CO2-Einsparung, so Gaugel, liege bei knapp 1700 Tonnen pro Jahr. Der Park entsteht auf Schutterwälder Gemarkung südlich der L-99-Brücke über die A 5, auf 77 Metern Länge westlich der Autobahn. Bislang war das Areal ein Maisfeld. Der Anstoß zu dem Projekt kam von der katholischen Kirche. Rund die Hälfte des künftigen Solarpark-Geländes gehört der Pfarrpfründestiftung der Erzdiöszese Freiburg. Der Stiftung gehören allein in der Ortenau 6000 landwirtschaftliche Grundstücke. Mit ihrem Ertrag werden Pfarrer-Gehälter finanziert. Laut Johannes Baumgartner, als Abteilungsleiter beim Erzbischöflichen Ordinariat für diese Stiftung zuständig, will man in größerem Umfang Gelände für Solar- und Windkraftprojekte zur Verfügung stellen. Baumgartner spricht von weiteren Liegenschaften längs der Autobahn und der Rheintalbahn, die in Frage kommen, für die man teils in Verhandlung sei. Mit der Firma Wirsol habe man bereits ein großes Projekt realisiert. Die Erzdiözese habe vor einem Jahr mit der Gemeinde Schutterwald Kontakt aufgenommen und die Partner zusammengebracht. In seiner Gemeinde sei das Projekt kontrovers diskutiert worden, so Bürgermeister Martin Holschuh. Die Grundsatzentscheidung für den Solarpark sei jedoch sehr früh gefallen. Was das Ja zum Solarpark vermutlich erleichterte: Schutterwald hat längs der A 5 einen Lärmschutzwall erhandelt. Er entsteht auf Gelände der Stiftung. "Auf diesen Lärmschutz haben wir der Entfernung wegen keinen rechtlichen Anspruch gegenüber dem Bund", so Holschuh. Die Gemeinde hätte ihn selbst nicht errichten können, da ihr das Gelände nicht gehört. Der Bau einer möglichen Autobahnanschlussstelle Offenburg-Süd werde durch den Park nicht beeinträchtigt, so Holschuh. Dazu kommt, dass Wirsol und Sowi-Energie die Betreibergesellschaft in Schutterwald ansiedeln werden, wodurch der Gemeinde Steuereinnahmen zufließen. Holschuh zufolge bringt auch Schutterwald einen Teil des Geländes mit ein. Ein Hektar war im Gemeindebesitz, weitere Flächenwurden erworben. Es sind noch drei Grundbesitzer beteiligt, darunter ein Landwirt. Im Wesentlichen sei es um die Abwägung mit der landwirtschaftlichen Nutzung gegangen, zumal ein Landwirt eine große Fläche abgeben musste, die er bislang von der Erzdiözese gepachtet hatte. Auch Baumgartner spricht diese Problematik an. Man versuche, soweit möglich, Ersatzpachtflächen anzubieten. Die betroffenen Landwirte dürften nicht in ihrer Existenz gefährdet sein. Man gebe jedoch der Energieerzeugung durch Solarkraft gegenüber dem Maisanbau den Vorzug, auch um die Energiewende zu unterstützen. Bei einer Veranstaltung mit Pfarrgemeinderäten am Samstag in Sasbach bei Achern habe man diese Grundsatzentscheidung diskutiert und sei auf einmütige Zustimmung gestoßen. Man sehe sich als Kirche in der Pflicht, die Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Jürgen Gaugel sieht im Solarstrom gegenüber dem Maisanbau für Biogas die bessere Alternative, da der Park emissionsfrei betrieben werde. Der Solarpark Schutterwald soll 30 Jahre Strom erzeugen. In diesem Zeitraum wird das Areal extensiv bewirtschaftet: Zwei Mähschnitte pro Jahr. Auch dass dadurch mit der Zeit hochwertiger Lebensraum für viele Arten entstehen kann, sprach bei den Beteiligten für das Projekt.

Startschuss für 2,4 MW Solarpark in Schutterwald

Schutterwald l 13.11.2012

Gemeinsam mit der WIRSOL SOLAR AG haben die Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg und die Gemeinde Schutterwald den ersten Spatenstich für einen neuen Solarpark gesetzt. Auf dem 6,6 Hektar großen Areal entsteht ein Photovoltaik-Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 2,4 Megawatt.

„Die Erzdiözese Freiburg sieht sich in der Verantwortung, gerade unter dem Gesichtspunkt der Bewahrung der Schöpfung, die Herausforderungen der Energiewende anzunehmen“, so Johannes Baumgartner, Erzbischöflicher Oberrechtsdirektor der Erzdiözese Freiburg. Daher stellt die Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese nicht nur über 50% des Grundbesitzes, der für diesen Solarpark benötigten Flächen zur Verfügung, sondern beteiligt sich neben weiteren kirchlichen Investoren am rund sechs Millionen Euro teuren Bau des Solarparks. Insgesamt werden in den kommenden Monaten 9.800 Module installiert, mit denen jährlich rund 1.600 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden können. Im Frühjahr 2013 wird der Park fertiggestellt sein.

Für die Gemeinde Schutterwald ist der Solarpark von WIRSOL ein Gewinn. Dies bedeutet nicht nur sauberen Strom für über 2.400 Personen, sondern die Gemeinde profitiert im Zuge des Projekts auch von der Errichtung eines Lärmschutzwalls in der Nähe der Autobahn. „Die Zusammenarbeit zwischen WIRSOL, der Erzdiözese Freiburg und meinem Haus war ein voller Erfolg“, so Bürgermeister Martin Holschuh.

Quelle: http://www.wirsol.de

Klares Votum für den Solarstrom

Von Klaus Krüger
Schutterwald l 28.04.2012

Sonnenstrom will jeder im Schutterwälder Gemeinderat. Beim nun beschlossenen Solarpark steckte aber der Teufel im Detail.

Schutterwald. Bei zwei Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat Schutterwald am Mittwochabend für den Bebauungsplan Solarpark Schutterwald aus. Außerdem soll dieser in den Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Gewerbepark Raum Offenburg eingebracht werden. Dem Beschluss ging eine kontroverse Diskussion voraus. Nicht über den Solarpark an sich – wohl aber über die geplante Lärmschutzwand und den Flächenverbrauch.

Bürgermeister Martin Holschuh freute sich: Trotz der Krise der Solarindustrie habe man einen Investor für einen Schutterwälder Solarpark gefunden. Die Firma Wirsol möchte westlich der Autobahn gegenüber von Alu Richter auf Schutterwälder Gemarkung eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen – auf einer Länge von etwa 600 Metern. Die Fläche beträgt etwa 6,6 Hektar, die Leistung rund sechs Megawatt. Das reicht, so Holschuh, für rund 4000 Haushalte aus. Mit im Boot ist als Investor auch die Erzdiözese Freiburg. Martin Holschuh: »Das bürgt für Seriosität.« Der Gemeinderat hat in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom März bereits grundsätzlich zugestimmt.

Die Einzelheiten erläuterte Bauamtsleiter Bruno Hahn. Die Sonnenkollektoren würden auf Alugestelle montiert. Die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern liefen. Die Fläche soll für 30 Jahre von der Gemeinde gepachtet werden. Danach sei die Fläche wieder für die Landwirtschaft verwendbar.

Eine Unwägbarkeit in der Offenlage sei die Gashochdruckleitung, die unter dem geplanten Solarpark hindurchlaufe. Hahn hoffte, dass es deswegen keine Einwendungen der Badenova gebe. Und keine der Flugsicherung wegen der spiegelnden Fläche in der Nähe des Offenburger Flugplatzes. »Ende des Jahres möchte der Investor ans Netz gehen«, erläuterte Hahn den ehrgeizigen Plan.

Kostenlos

Mit im Paket ist eine Lärmschutzwand entlang der Autobahn. Die bekomme Schutterwald kostenlos als Dreingabe.

Doch genau daran entzündete sich die erste Diskussion. Ludwig Bindner (CDU) erschien deren Höhe von vier Metern als »ein Witz«. Bindner: »Die vier Meter bringen nichts für Schutterwald.«

Manfred Lang (NöB) sah darin gar ein »KO-Kriterium«: »Wenn wir auf einen höheren Lärmschutz bestehen, wird der Investor nicht bauen.« Die Verwaltung solle das doch bitte vor dem Beschluss klären. Beide betonten aber, dass sie dem Solarpark grundsätzlich positiv gegenüberstehen.

Bruno Hahn gab zu bedenken: »Wenn wir das jetzt nicht anstoßen, langt die Frist nicht.« Er wie Ralf Beathalter (FWU) argumentierten: Die Lärmschutzwand kostet Schutterwald nichts. Beathalter: »Ob vier Meter reichen, soll das Umweltgutachten klären.« Man könne später ja noch zwei Meter Palisaden draufsetzen.

Gegen das Projekt sprach sich Josef Seigel (CDU) aus – weil es 6,8 Hektar beste landwirtschaftlicher Fläche verbrauche. Es gebe andere Möglichkeiten, die wichtige Energie aus der Sonne zu gewinnen – auf Dächern großer Gebäude etwa. Seigel: »Ich möchte auf Ackerland Lebensmittel erzeugen. Für die Stromerzeugung gibt es Alternativen.« Man dürfe nicht gegen die Abholzung des Regenwaldes protestieren und hier Ähnliches betreiben.

Ein Vergleich, den Bürgermeister Holschuh als unpassend zurückwies. Das Gelände werde im Gegenteil ökologisch aufgewertet.

Der Lärmschutz war für Hans-Martin Rotert (NöB) kein Ausschlusskriterium: »Jetzt haben wir ihn auch nicht.« Auch er sprach von einem späteren Aufstocken des Walls. Bürgermeister Holschuh gestand ein: »Das ist auch unsere Überlegung, im Augenblick aber reine Spekulation.« Eine Aufstockung werde wohl nicht gehen, wandte Bindner ein – ein höherer Wall werfe Schatten.

Ralf Beathalter antwortete auf Seigel, der Rückbau der Solaranlage sei wegen deren »filigranem Fundament« einfach. Die Fläche sei nicht verloren, dort könnten etwa Schafe weiden. Er sagte, die Firma Wirsol wolle sich in Schutterwald niederlassen und Gewerbesteuern bezahlen. Es sei ein rundes Paket aus Ökologie und Wirtschaftlichkeit.

Hans-Martin Rotert erinnerte an die Millionen Euro, die Landwirte für die Flächenstilllegung bekommen. Es sei ja nicht so, das jeder Quadratmeter Ackerfläche gebraucht werde. Josef Seigel ließ sich davon nicht beirren: »Ich sage hier halt meine Meinung. Dafür bin ich gewählt. Auch wenn ich weiß, wie‘s ausgeht.«

Dieter Oschwald (NöB) durfte als Grundstückseigentümer nicht an Diskussion und Abstimmung teilnehmen.

Quelle: http://www.bo.de

Rat begrüßt Nutzungskonzept

Südkurier, Mengen | 15.01.2013

In einer gemeinsamen Presseerklärung erläutern die Kommunen Mengen und Hohentengen das geplante Nutzungskonzept für die Konversion der Oberschwabenkaserne. Die Vorzeichen für die Konversion der  Oberschwabenkaserne Mengen/Hohentengen sind besser als zunächst  befürchtet. Neben den ersten Mietanfragen gibt es inzwischen  Interessenten, die sich für den Erwerb des gesamten Areals interessieren.

Nachdem die letzten Soldaten bereits im Herbst 2012 die Kaserne verlassen haben, unternehmen sowohl der Bund als Eigentümer – das Gelände steht unter der Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) – wie auch die beiden Standortkommunen vielfältige Anstrengungen, um schon bald eine sinnvolle Nachfolgenutzung zu erreichen. Als Ergebnis eines von der BIMA initiierten Interessensbekundungsverfahrens stellte nun ein Projektentwicklungsteam aus Baden-Württemberg in eigens einberufenen Sondersitzungen der Gemeinderäte in Mengen und Hohentengen ein innovatives und realisierbares städtebauliches Nutzungskonzept für die Konversion der Oberschwabenkaserne vor. Um die Interessen der potentiellen Investoren zu wahren, finden die ersten Beratungen noch nicht-öffentlich statt. Selbstverständlich wird bei konkreten Planungsschritten die Öffentlichkeit einbezogen werden.
Das nun vorgestellte Projekt umfasst die konzeptionelle Entwicklung eines nachhaltigen Wissenschafts-, Technologie-, Gewerbe- und Erlebnisparks mit einem Schwerpunkt in zukunftsorientierten Technologien. Es korrespondiert mit den bisherigen Planungen der Kommunen, auf den Konversionsflächen ein interkommunales Gewerbegebiet sowie ein Aus- und Weiterbildungszentrum Verkehr/Logistik einzurichten. Im Vordergrund stehen die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie eine regionale Wertschöpfung durch eine stadtplanerische und landschaftliche Einbindung in die vorhandenen Standortqualitäten von Hohentengen und Mengen. Beide Gemeinderäte haben mit großen Mehrheiten und eindeutigem positivem Votum dem vorgelegten Strukturkonzept zugestimmt, für dessen zügige Umsetzung eine baden-württembergische Investorengruppe bereit steht.
Nächste Schritte für eine Realisierung sind Grundstücksverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sowie die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen. Hierbei erhoffen sich die Kommunen eine umfassende Unterstützung durch den Bund und das Land, um die Oberschwabenkaserne bald mit neuem Leben zu erfüllen.

 

 

Oberschwabenkaserne wird zum riesigen Entwicklungs- und Erlebnispark

Südkurier, Mengen l 14.01.2013

In einer gemeinsamen Presseerklärung erläutern die Kommunen Mengen und Hohentengen das geplante Nutzungskonzept für die Konversion der Oberschwabenkaserne. Die Vorzeichen für die Konversion der Oberschwabenkaserne Mengen/Hohentengen sind besser als zunächst befürchtet. Neben den ersten Mietanfragen gibt es inzwischen Interessenten, die sich für den Erwerb des gesamten Areals interessieren.


Nachdem die letzten Soldaten bereits im Herbst 2012 die Oberschwabenkaserne verlassen haben, unternehmen der Bund als Eigentümer und die Standortkommunen Mengen und Hohentengen vielfältige Anstrengungen, um schon bald eine sinnvolle Nachfolgenutzung zu erreichen.

Nachdem die letzten Soldaten bereits im Herbst 2012 die Kaserne verlassen haben, unternehmen sowohl der Bund als Eigentümer – das Gelände steht unter der Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) – wie auch die beiden Standortkommunen vielfältige Anstrengungen, um schon bald eine sinnvolle Nachfolgenutzung zu erreichen. Als Ergebnis eines von der BIMA initiierten Interessensbekundungsverfahrens stellte nun ein Projektentwicklungsteam aus Baden-Württemberg in eigens einberufenen Sondersitzungen der Gemeinderäte in Mengen und Hohentengen ein innovatives und realisierbares städtebauliches Nutzungskonzept für die Konversion der Oberschwabenkaserne vor. Um die Interessen der potentiellen Investoren zu wahren, finden die ersten Beratungen noch nicht-öffentlich statt. Selbstverständlich wird bei konkreten Planungsschritten die Öffentlichkeit einbezogen werden.

Das nun vorgestellte Projekt umfasst die konzeptionelle Entwicklung eines nachhaltigen Wissenschafts-, Technologie-, Gewerbe- und Erlebnisparks mit einem Schwerpunkt in zukunftsorientierten Technologien. Es korrespondiert mit den bisherigen Planungen der Kommunen, auf den Konversionsflächen ein interkommunales Gewerbegebiet sowie ein Aus- und Weiterbildungszentrum Verkehr/Logistik einzurichten. Im Vordergrund stehen die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie eine regionale Wertschöpfung durch eine stadtplanerische und landschaftliche Einbindung in die vorhandenen Standortqualitäten von Hohentengen und Mengen. Beide Gemeinderäte haben mit großen Mehrheiten und eindeutigem positivem Votum dem vorgelegten Strukturkonzept zugestimmt, für dessen zügige Umsetzung eine baden-württembergische Investorengruppe bereit steht.

Nächste Schritte für eine Realisierung sind Grundstücksverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sowie die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen. Hierbei erhoffen sich die Kommunen eine umfassende Unterstützung durch den Bund und das Land, um die Oberschwabenkaserne bald mit neuem Leben zu erfüllen.

80-Millionen-Megaprojekt für Kaserne

von Jürgen Witt
Südkurier Sigmaringen | 04.01.2013

Das Bundewehrareal in Mengen/Hohentengen weckt Interesse von
Investoren, Mengens Bürgermeister sieht sich in komfortabler Situation

Frohe Kunde für die Stadt Mengen und die Gemeinde Hohentengen. Die frisch renovierte Oberschwaben-Kaserne hat potenzielle Investoren, die sich um das Areal bewerben. Dies bestätigte Mengens Bürgermeister Stefan Bubeck im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Es wurden zwei Angebote von Kaufinteressenten abgegeben. Die werden jetzt auf Plausibilität und Machbarkeit geprüft“, sagte Bubeck. Da ein Großteil der Fläche auf der Gemarkung Hohentengen liegt, würde das Thema Umnutzung der Gebäude sowohl von der Stadt Mengen als auch von der anliegenden Gemeinde gleichberechtigt angegangen werden. Das Investitionsvolumen bewegt sich nach Worten des Bürgermeisters zwischen 60 und 80 Millionen Euro. Das Verfahren dürfte sich aber bis zur Entscheidung einige Wochen hinziehen. Schließlich befände man sich in der komfortablen Situation, aus mehreren Möglichkeiten wählen zu können.
Parallel dazu wurde das Konzept für Verkehr und Logistik entwickelt – ein  Kompetenzzentrum mit zwei Hochschulen. Dieses wäre insofern interessant, da die beiden Orte einen gewissen Standortvorteil besäßen, was den Straßen und Flugverkehr (Bundesstraße, Flugplatz) betrifft.
Das ehemalige Stabsgebäude der Kaserne ist bereits seit Mitte Dezember von
einem Einzelhändler belegt, der mit Büromaschinen und Computer handelt. Neben dem bebauten Teil von 25 Hektar böte sich eine weitere Fläche von 65 Hektar unbebauter Fläche als Gewerbegebiet an, wofür vier Kommunen (neben Mengen und Hohentengen auch Bad Saulgau und Scheer) ihr Interesse signalisierten.
Zur Historie: Die Oberschwaben-Kaserne war 1939 von der damaligen Reichsluftwaffe gegründet worden. Nach der Besetzung durch die französische Armee am 22. April 1945 nutzte der französische Oberbefehlshaber Jean de Latre de Tassigny den angrenzenden Flugplatz in Hohentengen, um die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht entgegenzunehmen. Seit 1957 war der Standort in der Hand der Bundeswehr. Erbaut wurde die Kaserne in den Jahren 1960 bis 1962 aus Mangel an Unterkünften für den Betrieb des Flugplatzes, der bis 1978 militärische Verwendung fand.
Infolge der 2010 beschlossenen Bundeswehrreform, die im Juli 2011 eine Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland beinhaltete, wurde auch die Standortaufgabe von Mengen/Hohentengen beschlossen. Im Januar 2012 kamen ein letztes Mal Rekruten zur dreimonatigen Grundausbildung, danach Druckansicht: Sigmaringen: 80-Millionen-Megaprojekt für Kaserne endete der Ausbildungsauftrag der Oberschwaben-Kaserne. Der Standort galt in dem  strukturschwachen ländlichen Raum als ein ganz wichtiger wirtschaftlicher Faktor – auch für die benachbarten Gemeinden. Mit der Abwicklung der   Oberschwaben-Kaserne drohte ein weiterer Einbruch der regionalen Wirtschaft. Doch mit dem Interesse von potenten Investoren scheint nun der Weg in eine erfreulichere Zukunft gefunden.

Oberschwaben-Kaserne: Investor will einsteigen

von Frank Wiesner
Wochenblatt, Bad Saulgau | 03.01.2013

Das neue Jahr beginnt mit guten Nachrichten:
Für die Oberschwaben Kaserne Mengen/Hohentengen gibt es einen potenziellen Investor – und damit vielleicht auch eine Zukunft!


„Es stimmt“, sagt Mengens Bürgermeister Stefan Bubeck gegenüber dem WOCHENBLATT,„wir haben einen ernsthaften Interessenten für die Kaserne.“ Wer es ist, will Bubeck noch nicht sagen. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um einen Interessenten,der das ganze Kasernen-Areal kaufen will.

Europäische Dimension
Es habe sogar mehrere Kauf-Interessenten gegeben – mit einem habe man die Gespräche vertieft. Das Konzept des Investors werde derzeit geprüft,so  Bubeck. Es handele sich um einen namhaften, privaten Investor,der ein Projekt auf dem rund 85 Hektar großen Kasernengelände „von europäischer Dimension“ verwirklichen will. „So etwas gibt es bisher in Europa noch nicht“, so Bubeck wörtlich.

 

 

Solarpark in Roßberg ist eröffnet

von Yvonne Giwitsch 

Schwäbische Zeitung l 07.10.2012

2000 Haushalte sollen damit versorgt werden – 5000 Euro Spende an Fußballverein

Die Gemeinde Wolfegg feiert ihren Solarpark in Roßberg. Bei grade mal 10 Grad, Herbstböen und starken Regenfällen eröffnete die Roßberg Energie GmbH den Solarpark und lud die Menschen aus der Umgebung ein, einen Blick in den Park zu werfen. Roßberg-Energie-Geschäftsführer Roland Erben freute sich sehr, trotz der widrigen Wetterverhältnisse neben den anderen Investoren, Bürgermeister Peter Müller und den Gemeinderäten der Gemeinde Wolfegg, Vertretern der ENBW und der Südwestbank, viele Bürger begrüßen zu dürfen.

Auf zwölf Hektar Fläche werden nun rund fünf Millionen Kilowattstunden regenerativer Strom erzeugt, mit dem zirka 2000 Haushalte – oder 5000 Personen – versorgt werden können. 11,5 Millionen Euro wurden investiert.

Stolz schaute Bürgermeister Peter Müller in die vergangenen Wochen, Monate, in denen es durch viel Überzeugungsarbeit und Planung gelungen ist, die verantwortlichen Gremien und die betroffenen Anwohner von einer damals noch fiktiven Idee zu überzeugen. Zwar stehe die Fläche nun nicht mehr als landwirtschaftliche Nutzfläche zu Verfügung. Doch der Ausstieg aus der Atomenergie könne nur gelingen, wenn jeder etwas dazu beitrage.

Hans Mast, Kommunalleiter der ENBW, bestätigte die vertrauensvolle Kooperation und freute sich sehr, dass auch die ENBW mit ihrem technischen Wissen und dem Bau der notwendigen Transformatoren, der Umspannstationen, der Übergabestation in Volkertshaus und den Schaltanlagen ihren Teil zu diesem Großprojekt beitragen konnte.

Jürgen Gaugel, Projektleiter für Kommunalprojekte der Wirsol Solar AG, dankte für die Zuverlässigkeit. Schließlich seien für dieses Projekt keine Verträge unterzeichnet worden. Nach alter Sitte seien alle Vereinbarungen per Handschlag besiegelt worden. Harmonische Stimmung im Festzelt, wärmende Fleecewesten für die Gäste und Stimmungsmusik rundeten den gelungenen Vormittag ab.

Mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro bedankte sich Investor Roland Erben beim Fußballverein Molpertshaus, der die Eröffnungsfeier organisiert und durchgeführt hat. Auch die Gemeinde Wolfegg bekommt von den spendablen Investoren drei Gutscheine über jeweils 2000 Kilowattstunden Strom für bedürftige Familien.

In Wolfegg entsteht ein Solarpark

Schwäbische Zeitung l 29.08.2011

Bei einer Weltmeisterschaft könnten hier 22 Fußballmannschaften simultan gegeneinander antreten: Auf dem 10,5 Hektar großen Gelände in Wolfegg-Roßberg wird aber nicht Fußball gespielt. Hier, zwischen zwei Bahnlinien, werden rund 25 000 Solarmodule aufgestellt. Die sollen dann, laut Bauherrn Jürgen Gaugel, jährlich 5000 Haushalte versorgen. Sie sollen pro Jahr eine Gesamtleistung von 5000 Kilowattstunden produzieren. Zum Vergleich: Mit der Energiemenge von einer Kilowattstunde kann man zum Beispiel 50 Stunden am Laptop arbeiten – bei einer Leistung von 20 Watt pro Stunde – oder 25 Minuten staubsaugen – bei einer Leistung von 2400 Watt.