Oberschwabenkaserne wird zum Energie-Park

Projekt „Ehoch4 in Hohentengen

Oberschwabenkaserne wird zum Energie-Park

Auf dem Gelände der früheren Oberschwabenkaserne in Hohentengen entsteht ein „Europäischer Erlebnis- und Gewerbepark für Erneuerbare Energien“ mit Namen „Ehoch4“. Herzstück des rund 80 Hektar großen Areals ist ein Erlebnispark in Trägerschaft der Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH, die auch das „Spieleland“ in Liebenau betreibt. Die Eröfnung ist für 2015 geplant.

Der Bundeswehr-Strukturwandel bereitet vielen betroffenen Kommunen Probleme. Dass die Konversion von Kasernen strukturschwachen Regionen aber auch neue Chancen eröffnen kann, möchte eine baden-württembergische Investorengruppe am Standort Hohentengen beweisen: Die Leiter des Projekts Ehoch4, Jürgen Gaugel und Kommunalberater Volker Fouquet (Konstanz), planen auf dem früheren Kasernenareal einen „Europäischen Erlebnis- und Gewerbepark für Erneuerbare Energien“, der die bestehenden Gebäude integriert. Der 45-jährige Unternehmer Gaugel produziert in Baienfurt seit zwei Jahrzehnten mit 25 Mitarbeitern Farbroller für Profi-Anbieter und entwickelt seit zehn Jahren Solarparks; einer davon steht in Roßberg im Landkreis Ravensburg.

Kasernengelände ideal
„Die Idee für einen solchen Lernpark habe ich schon lange. Die Energiewende hat mir den letzten Schub gegeben und in der Kaserne, der Riedsäge und der Freifläche haben wir das ideale Gelände gefunden – und  zudem eine aufgeschlossene Gemeinde“, berichtet Jürgen Gaugel. Insgesamt möchten die Geldgeber über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg 40 bis 60 Millionen Euro investieren und zukunftsweisende Arbeitsplätze schaffen. Das Projekt umfasst mehrere Bausteine, für die Ehoch4 jeweils Betreiber mit ins Boot nehmen wird: Zunächst ist dies ein Energiepark, der Solar-, Wind- und Bioenergie sowie Wasserkraft und Holzvergasung vereint und der neben der Energieerzeugung auch der Forschung als Reallabor dienen soll. Weiter sieht das Unternehmen den Bau einer Akademie zu Themen der nachhaltigen Entwicklung vor und möchte dafür mit Hochschulen kooperieren. In Planung sind außerdem ein Gewerbegebiet zur Ansiedlung innovativer Betriebe, ein Erlebnis- und Lernpark in Trägerschaft der Ravensburger-Tochter Freizeit und Promotion sowie ein „Klimahotel mit Nullenergiekonzept“, weil es nach Einschätzung Gaugels in der Region an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt.

Solar-Segeln und Schilf-Labyrinth
Am weitesten gediehen ist im Rahmen des Gesamtkonzeptes der Erlebnis- und Lernpark. Er soll eine Fläche von 5,4 Hektar einnehmen, 8,2 Millionen Euro kosten, 31 Arbeitsplätze bieten und im ersten Betriebsjahr 75.000 Besucher nach Hohentengen bringen. „Wir möchten, dass sich die nachfolgende Generation mit regenerativen Energien befasst“, so Jürgen Gaugel. „Dies wird im Park auf spielerische Art ermöglicht mit Angeboten wie Wellen-Kraftwerk, Solar-Segeln und einer Experimentier-Arena.“

Der Park richtet sich an Familien mit Kindern von zwei bis zwölf  Jahren sowie an Kindergärten und Schulklassen. Die Betriebsführerschaft übernimmt die Ravensburger-Tochter Freizeit und Promotion GmbH, die auf die Entwicklung und den Betrieb von Freizeiteinrichtungen spezialisiert ist. Im Mai haben deren Geschäftsführer Carlo Horn und Ehoch4-Geschäftsführer Jürgen Gaugel den Vertrag für die Detailplanung unterzeichnet, und nun sollen Sponsoren und Kooperationspartner für die Themenbereiche gewonnen werden. Außerdem wird ein Landschaftskonzept für die Parkanlage erstellt, das alle Attraktionen, Shops sowie die Gastronomie berücksichtigt.